Ich bin für ein paar Tage außer Landes. Die Kommentare sind solange geschlossen.


Nachtrag, 28. Januar. Wieder da. Kann weitergehen. Mehr über Baku dann demnächst im „Spiegel“.
Medienjournalist
Ich bin für ein paar Tage außer Landes. Die Kommentare sind solange geschlossen.


Nachtrag, 28. Januar. Wieder da. Kann weitergehen. Mehr über Baku dann demnächst im „Spiegel“.
Man kann ja viel gegen Burkhardt Müller-Sönksen sagen, den medienpolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion.
In der vergangenen Woche saß er im Kulturausschuss in der Expertenanhörung zum Thema „Zukunft des Qualitätsjournalismus“ und leitete seine Fragen an die Experten mit Worten ein, die ich wohlwollend als Hommage an Loriot deuten möchte:
Auch von der FDP ganz herzlichen Dank für Ihre Vorträge, die zum Teil übereinstimmend waren. Auch zum Teil sehr lange zurückgegangen sind, auch weit über die jetzige Regierungszeit hinaus, aber eins gemeinsam, und das ist auch das Thema unseres Ausschusses in einer fortgesetzten Serie, nämlich die Zukunft des Qualitätsjournalismus, wobei Zukunft nicht heißen soll, dass in der Vergangenheit alles schlecht war und Zukunft wiederum auch heißen soll, dass wir mit Ihnen zusammen gestalten wollen, was kann der Gesetzgeber oder was kann auch gesellschaftspolitisch geschehen?
Da gibt es ja einen Prozess, den wir selber nicht selbst gestaltet haben. Das ist die Konvergenz im Internet, die stark stattfindet. Und es ist heute noch nicht angesprochen worden, dass sich der Qualitätsjournalismus insbesondere des Prints in einem Konkurrenzverhältnis zu den öffentlich-rechtlichen, staatlich finanzierten Medien befindet.
Und das ganz neue Thema, man könnte fast von fünfter Gewalt sprechen, das sind die Social Media, die aber gerade erst recht nach Qualitätsjournalismus rufen, weil ja dort sehr unreflektiert und undefiniert Informationen kursieren, die überhaupt nicht verifiziert sind und gerade erst recht auch einem Qualitäts-, einem geprüften Qualitätsausdruck mit entsprechendem Hintergrund und Recherche, wie es eben auch schon mal angeklungen ist, bedarf.
Es ist nicht immer ganz einfach zu erklären, warum die Nachrichten von RTL einen so guten Ruf haben.
Am Dienstagabend berichtete „RTL aktuell“ über den Auftakt des Prozesses um den Doppelmord in Krailling. Ein 51 Jahre alter Postzusteller ist angeklagt, seine beiden Nichten brutal getötet zu haben.
Positiv lässt sich über den RTL-Beitrag vielleicht sagen, dass er innovativ ist. Zumindest habe ich das noch nie gesehen: Dass ein Reporter im Gerichtssaal steht und sich in genau dem Augenblick, in dem der Angeklagte hereingeführt wird, dabei filmen lässt, wie er einen offensichtlich vorher zurechtgelegten Text aufsagt, der lautet:
Auf einmal ist es still im Gerichtssaal. Jedes Gespräch erstirbt, als der Angeklagte hereingeführt wird. Zu groß ist das Entsetzen über die Tat, auch noch zehn Monate danach.
Wenn Sie jetzt sagen, dass man sich das schwer vorstellen kann, ohne es gesehen zu haben, muss ich Ihnen erwidern, dass man sich das sogar schwer vorstellen kann, wenn man es gesehen hat. Aber urteilen Sie selbst:
Ich habe an dem Film oben nichts weiter geschnitten oder hinzugefügt. Die Stelle bei 1:53, wo noch ein halbes Wort in der Luft hängt, ist ebenso im Original wie die unfassbaren Einstellungen, wie RTL-Reporter Carsten Mahlstedt der Noch-Ehefrau des Angeklagten in einer irgendwie unangemessen intim erscheinenden Situation gegenübersitzt …

… einmal sogar mit immerhin konsequenter Schmierigkeit durch eine Grünpflanze hindurch gefilmt:

Andererseits hat der RTL-Reporter es geschafft, eine journalistische Nähe herzustellen, die die Frau Sätze sagen lässt wie: „Es ist natürlich gefühlsmäßig auch traurig.“
Ich konnte gegen Ende nur mühsam dem Bedürfnis widerstehen, den Fernseher anzuschreien, der affige Reporterdarsteller solle wenigstens seine Finger von den Bäumen lassen, die Grundschüler im Andenken an die beiden getöteten Mädchen gepflanzt haben.
Aber so sind sie, die guten Nachrichten von RTL.
Stefan Winterbauer, der Blinde unter den Einäugigen beim Braanchendienst „Meedia“, hat das Spiel längst abgepfiffen. Die „taz“ sei zum wiederholten Male beim Versuch gescheitert, „Bild“-Chef Kai Diekmann vorzuführen. „Genauso wie Lucy Charlie Brown in letzter Sekunde den Ball wegzieht, lässt sich die taz immer wieder von Kai Diekmann am Nasenring durch die Medienmanege führen“, urteilte er gestern.
Die „taz“ hatte Diekmann öffentlich Fragen gestellt zum undurchsichtigen Umgang seines Blattes mit der Nachricht, die Bundespräsident Christian Wulff auf seiner Mailbox hinterlassen hatte. Diekmann machte erst einen Witz daraus, der von „Meedia“ gleich aufgeregt nacherzählt wurde, und ließ die Pressestelle dann antworten. „Die Antworten der Bild“, urteilt Winterbauer, „enthielten nichts Brisantes oder Neues, sondern ausführlich dargestellt noch einmal die Angaben zu den Abläufen und die redaktionellen Erwägungen, warum die Mailbox-Nachricht zunächst in der Berichterstattung thematisiert wurde.“
(Er meint vermutlich: nicht.)
Dabei ist die Antwort von „Bild“ in mehrfacher Hinsicht entlarvend. Zum Beispiel schreibt die Pressestelle:
Nachdem die Redaktion die Abschrift der Nachricht an das Büro des Bundespräsidenten übermittelt hatte, häuften sich bei der Axel Springer-Pressestelle Anfragen von Journalisten zum vollständigen Inhalt der Nachricht. In Gesprächen wurden einige der bereits bekannten Passagen erläutert.
Wer in seinem Beruf ein bisschen mit Antworten von Pressestellen zu tun hat, kann erahnen, dass die Formulierungen im letzten Satz wohl vor allem der Verschleierung dienen. Journalisten rufen bei Springer an, wollen den kompletten Text wissen und die Pressestelle „erläutert“ „einige der bereits bekannten Passagen“? Was bedeutet das überhaupt? Man muss vermutlich bei einem PR-affinen Unternehmen wie „Meedia“ arbeiten, um das für eine befriedigende oder gar erschöpfende Antwort von „Bild“ zu halten.
In Wahrheit war es offenbar so, dass „Bild“ mehreren Journalisten zu verschiedenen Zeitpunkten die Abschrift der Nachricht am Telefon vorgelesen hat — unter der Maßgabe, das Gespräch nicht mitzuschneiden und es nicht vollständig zu veröffentlichen.
Insofern stimmt es in einem sehr engen, sehr wörtlichen Sinne womöglich auch, wenn „Bild“ der „taz“ antwortet:
Eine Abschrift der Nachricht wurde von der Pressestelle an keine Zeitung oder Zeitschrift geschickt. Es gab keinen Auftrag an Redakteure von Bild, die Nachricht oder Passagen daraus weiterzugeben.
Nicht nur an dieser Stelle klaffen größere Lücken in der Antwort von „Bild“. Genau genommen äußert sie sich nur über ihr Verhalten vor dem 1. Januar und nach dem 5. Januar — das ist leider der „taz“ ebensowenig aufgefallen wie Winterbauer. Dabei ist gerade der Zeitraum dazwischen interessant, in dem die Geschichte in die „Süddeutsche Zeitung“ kam und dann explodierte. In dem die „Bild“-Zeitung so tat, als habe sie nichts mit der Berichterstattung zu tun. Weshalb sie dann ganz scheinheilig den Bundespräsidenten fragen konnte, ob sie die Nachricht veröffentlichen dürfe, und ganz scheinanständig darauf verzichtete, als er ablehnte.
Ich würde unterstellen, dass die Leerstellen in den Antworten von „Bild“ sehr bewusste Leerstellen sind. Es wirkt ein bisschen, als würde man gefragt, ob man eine Geschäftsbeziehung zu einem Unternehmer gehabt habe, und verneint, weil man ja nur mit seiner Ehefrau einen Kreditvertrag hatte.
Als ich den „Bild“-Sprecher für „Spiegel Online“ nach einigen dieser Leerstellen fragte, war es plötzlich vorbei mit der Transparenz, die man dem Publikum und Leuten wie Winterbauer vorgespielt hat. Es gab auf keine meiner Fragen eine Antwort. Das ist kein Wunder, denn das ist das normale Verhalten des „Bild“-Sprechers. Zu laufenden Verfahren, zu redaktionellen Entscheidungen, zu Personalspekulationen, zu Interna, zu Thema XY äußert er sich grundsätzlich nicht.
Wenn dieser Verlag, wenn dieses Blatt, jemanden anders zu Transparenz und Wahrhaftigkeit auffordert, dann ist das selbst dann ein böser Witz, wenn die Forderung berechtigt sein sollte.
Aber Kai Diekmann sagt auf kritische Nachfragen manchmal etwas Lustiges, das man aus der Ferne mit Selbstironie verwechseln könnte. Nicht nur für die Leute von „Meedia“ ist das mehr wert als jede Wahrheit. Auch deshalb kommt „Bild“ so oft mit ihren Halbwahrheiten und Heucheleien durch.
Das ist zwar jetzt schon drei Tage alt, aber solche Dinge werden ja nicht wirklich schlecht. Sehen Sie Udo Gümpel, Italienkorrespondent des Rumpelsenders n-tv, im Gespräch mit zwei Überlebenden des Schiffsunglücks von Giglio:
Weiß eigentlich jemand, ob das damals auch schon die Original-Frage war, die Überlebenden der „Titanic“ gestellt wurde? Ob Wandern in der Eifel im Nachhinein die bessere Wahl gewesen wäre?
Vielleicht überlegen Sie sich vorab schon mal, ob ihnen ein treffender Vergleich einfällt: Falls eine regionale niederländische Gebäck-Spezialität namens „Judenkuchen“ nicht mehr verkauft wird, dann ist das wie…?
Aber arbeiten wir uns zunächst an den Tatsachen ab. Der faktische Kern der Geschichte scheint der folgende zu sein: Der „Welt“-Autor Henryk M. Broder hat neulich am Amsterdamer Flughafen plötzlich keine „Jodekoeke“ (Judenkuchen) mehr bekommen. Er hat eine Verkäuferin gefragt, woran das liegt. Die konnte ihm das aber nicht sagen. Ende der Recherche.
Und Anfang einer weiteren Folge des Großen Fortsetzungsromans über den Fluch der „Political Correctness“. Denn an der, weiß Broder, muss es liegen. Die Niederländer würden nämlich gerade diskutieren, schreibt er in der „Welt“, ob sich ihre Regierung dafür entschuldigen sollte, dass die holländische Polizei den Nazis im Dritten Reich bei den Deportationen der Juden geholfen habe. Und deshalb (oder stattdessen, man weiß es nicht), wurde das Gebäck aus dem Flughafen entfernt, obwohl sich eigentlich niemand an dem merkwürdigen Namen gestört habe.
Bei den „Negerküssen“ zuvor sei es schon genauso gewesen (gut, vielleicht abgesehen davon, dass sich an dem Namen „Negerkuss“ durchaus Leute gestört haben, nicht zuletzt eben die so genannten „Neger“).
Broders Geschichte endet mit der für Judenkuchen-Freunde beruhigenden Information, dass die Judenkuchen gar nicht ganz abgeschafft oder gar verboten worden sind, sondern im normalen niederländischen Supermarkt weiter gekauft werden können. Das hat das Fachpersonal von „Welt Online“ nicht davon abgehalten, über Broders Stück zu schreiben:
POLITICAL CORRECTNESS
Erst der Negerkuss, jetzt der Judenkuchen
Jetzt also auch Holland im Griff der Political Correctness. Niemand beschwert sich drüber, aber plötzlich sind sie aus den Regalen verschwunden: die Judenkuchen.
Und damit sind wir am Ende des faktischen Teils und kehren zurück zur Eingangsfrage: Mal angenommen, die „Jodekoeke“ würden verschwinden. Was wäre dann ein guter Vergleich dafür?
Herr Broder wählte den folgenden:
Möglicherweisen erleiden die Judenkuchen nun das gleiche Schicksal wie die niederländischen Juden vor genau 70 Jahren, als etwa 110.000 der 140.000 jüdischen Einwohner des Königreichs deportiert wurden.
Den Ansprüchen, die viele Journalisten an den Bundespräsidenten haben, werden sie selbst oft nicht gerecht. Kein Wunder, dass das Publikum nun zwischen Politik- und Medienverdrossenheit schwankt.
Es ist noch nicht soweit, dass in den Online-Medien jetzt täglich Meldungen erschienen, wie sehr das Ansehen der Presse in der Bevölkerung gesunken sei. Wie dramatisch der Absturz gegenüber derselben Umfrage vom Vortag und vom Vorvortag sei, wie hoch der Anteil derjenigen, die sagen, sie seien enttäuscht von der Berichterstattung, und wie niedrig die Zahl derer, die den Medien noch ihr Vertrauen aussprechen. Es gibt noch nicht stündlich Folgemeldungen mit Überschriften wie: „Glaubwürdigkeitskrise der Medien hält an“,“Druck auf Medien wächst“, „Politiker enttäuscht über Reaktion der Medien auf Kritik“. Es gibt aber natürlich auch niemanden, dessen Rücktritt man konkret herbeischreiben könnte.
Jörg Schönenborn, der Chefredakteur des WDR-Fernsehens, hat die Medien schon am Freitag vorvergangener Woche gewarnt, sich als Gewinner der Affäre um Bundespräsidenten Christian Wulff zu sehen. Die Mehrheit der Deutschen nehme die Berichterstattung inzwischen als unfaire Hetzjagd wahr, sagte er.
Tatsächlich scheint es, als begleiteten inzwischne zwei skandierende Gruppen von Menschen die Diskussion. Eine, die dem Bundespräsident „Zurücktreten!“ zuruft, und eine, die in Richtung der Medien „Aufhören!“ schreit. Es lässt sich in diesen Tagen nicht nur eine Verdrossenheit mit der Politik feststellen, sondern auch eine mit den Medien.
Wenn die zu einem Mitleids- und Solidarisierungseffekt mit dem Bundespräsidenten führt, wie ihn Schönenborn festgestellt hat, ist das noch die harmloseste Folge: Man mag das bedauern angesichts der berechtigten Vorwürfe gegen Wulff. Aber es ist ein alltäglicher, natürlicher und womöglich letztlich gesunder Reflex: auf das Gefühl übertriebener Angriffe mit einem Widerwillen zu reagieren.
Nur geht es längt nicht mehr „nur“ um Wulff. Es geht um die Medien selbst und die Akzeptanz ihrer Rolle. Es geht letztlich darum, wie sie ihre Aufgabe als Kontrolleure der Mächtigen erfüllen können, wenn größere Teile des Publikum diese Aufgabe als Anmaßung wahrnehmen. So sehr sich die Fälle im Detail unterscheiden, Wulff steht da in einer Reihe mit den Debatten um Sarrazin und Guttenberg, bei denen ebenfalls ein größerer Unmut spürbar wurde über die jeweils als Kampagne wahrgenomme mediale Kritik.
Nun ist das Publikum kein zuverlässiger Indikator für die Qualität und Angemessenheit einer Berichterstattung. Das liegt nicht nur daran, dass ein Teil natürlich parteiisch ist und es blind ablehnt, wenn ein Politiker, dessen Anhäger sie sind, hartnäckig mit kritischen Fragen konfrontiert wird. Es ist auch so, dass die Ermüdung des Publikums kein Argument dagegen sein kann, einer Sache auf den Grund zu gehen, auch wenn das länger dauert. Es zeichnet guten Journalismus aus, weiterzurecherchieren, auch wenn die Aufmerksamkeitspanne der Schaulustigen längst überschritten ist.
Die entscheidende Frage ist: Für wen machen wir Journalisten das? Letztlich im Interesse des Volkes – auch wenn es das womöglich nicht zu jedem Zeitpunkt so empfindet? Oder doch nur für uns?
Es lässt sich dabei eine Verschärfung des üblichen Verdachtes gegen die Medien feststellen, von dem Wunsch nach kurzfristige Auflagen- und Quotensteigerungen angetrieben zu sein. Diese Motive deuten ja wenigstens darauf hin, dass es eine Interessiertheit der Öffentlichkeit gibt, wenn auch vielleicht kein hehres öffentliches Interesse. Die Verschärfung ist die Vermutung, dass Journalisten in ihrem ganz eigenen Interesse handeln. Dass es um ihre Eitelkeit geht und letztlich: um ihre Macht.
Es ist aber auch frustrierend. Christian Wulff steht seit Wochen am Abgrund. Es fehlen höchstens noch ein paar Millimeter, bis er stürzt, vielleicht schwebt er auch schon, wie der Kojote aus den Roadrunner-Cartoons, in der Luft und fällt nur nicht, weil er noch nicht gemerkt hat, dass er keinen Boden mehr unter den Füßen hat.
Dass er am Abgrund steht, ist das Verdienst von Journalisten und es ist die Schuld von Christian Wulff. Aber dort steht er nun und weigert sich zu fallen. Und nun? Die große Mehrheit der Medien ist überzeugt, dass er zurücktreten müsste und hat das in vielen Kommentaren deutlich gesagt. „Es ist nicht die Aufgabe der Medien, einen Rücktritt zu erzwingen“, hat Heribert Prantl in der „Süddeutschen Zeitung“ geschrieben. „Ein Rücktritt ist nicht die den Medien zustehende Bestätigung und Belohnung für die Aufdeckung einer Affäre.“ Theoretisch sehen die Medien das auch so. Selbst die „Bild“-Zeitung behauptet, nur die Fakten zusammenzutragen – das Urteil, ob Wulff im Amt bleiben solle, falle letztlich das Volk.
Das scheint diesen Eindruck nicht unbedingt zu haben, und es hat guten Grund zur Vermutung, dass größere Teile Medienwelt sich nicht mehr damit zufrieden geben, Ermittler zu sein. Und auch nicht damit, Urteile fällen. Sie wollen, dass diese Urteile vollstreckt werden.
Eine ganze Armada von Journalisten ist in diesen Wochen damit beschäftigt, jedes Detail in der politischen Biographie von Christian Wulff unter die Lupe zu nehmen. Es ist eine Recherche, die natürlich eine Richtung hat. Diese Richtung bekommt sie nicht – oder jedenfalls nicht nur – daher, dass gerade Jagdsaison auf den Bundespräsidenten ist. Diese Richtung beruht auf der Annahme, dass sich die problematische Eigenschaft eines Politikers, die in mehreren Fällen zu fatalen Entscheidungen geführt hat, mit großer Wahrscheinlichkeit auch in weiteren Fällen ausgewirkt hat, die noch nicht öffentlich geworden sind.
Journalisten suchen, ob nicht weitere Kiesel zu finden sind, die in die Waagschale gegen Christian Wulff zu werfen wären. Diese Suche ist nicht nur legitim; sie ist auch notwendig. Doch es scheint, als sei selbst das für eine wachsende Zahl von Menschen nicht mehr selbstverständlich. Schon die bloße Recherche hat etwas Anrüchiges bekommen.
Das ist kein Wunder. Vor dem Hintergrund der Affäre um Christian Wulff gelten plötzlich andere Maßstäbe, was nachrichtenwürdig ist. Kleinste Verfehlungen oder harmloseste Anekdoten, die normalerweise nicht publiziert oder jedenfalls nicht skandalisiert worden wären, werden plötzlich zu großen Geschichten. Das sonstige Auswahlkriterium, etwas Neues zu erzählen, weicht plötzlich dem, das Bekannte zu bestätigen.
Oft sind nicht einmal irgendwelche neuen Fakten notwendig, um das Hamsterrad am Laufen zu halten. Agenturen und Medien haben in den vergangenen Wochen längst bekannte Vorwürfe immer wieder recycelt und als neu behandelt; vor allem Online-Medien schienen sich selbst dazu verpflichtet zu haben, unabhängig von der Frage, ob es tatsächlich Berichtenswertes gibt, am Thema zu bleiben. Als wollten sie die Zeit überbrücken zu wollen, bis – womöglich – jemand einen echten neuen Skandal recherchiert hat. Oder eben: Als wollten sie eine Nachricht und ein Ergebnis zu erzwingen. Sie warfen keine neuen Kiesel in die Waagschale, sondern immer wieder dieselben, aus anderen Richtungen, mit verändertem Schwung.
Es mag sein, dass sie damit am Ende Erfolg haben werden, wenn sie nach dem „ersten CDU-Abgeordneten“, der Wulffs Rücktritt fordert, und dem zweiten auch einen dritten, vierten und fünften gefunden haben, vielleicht. Sie untergraben in diesem Prozess nur ihre eigene Autorität, und die wird eigentlich in dieser Demokratie noch gebraucht.
Journalisten sind die natürlichen Gegenspieler von Politikern, aber nicht in eigener Sache, sondern stellvertretend für die Öffentlichkeit. Je mehr das Volk das Gefühl bekommt, dass die Journalisten nicht auf ihrer Seite stehen, sondern nur Partei für sich selbst sind, in einer Welt mit den Politikern, die gar nicht die des Volkes ist, umso leichter werden es Mächtige haben, sich berechtigten Nachfragen zu entziehen und damit durchzukommen.
Natürlich ist es ein Machtspiel, das dort stattfindet. Die Frage, ob Christian Wulff geeignet ist, Bundespräsident zu sein, lässt sich nicht mehr trennen von der Frage, ob Christian Wulff Bundespräsident bleiben kann, wenn die Medien das für ausgeschlossen halten. Der spielerische Charakter ist in den vergangenen Tagen besonders offenkundig geworden, als die Medien Wulffs angebliches Versprechen, sämtliche Hunderten von Presse-Anfragen und die Antworten darauf, öffentlich zu machen, als neue Trümpfe nutzten.
Wulffs Anwalt hatte behauptet, eine Veröffentlichung verletze die Rechte der fragenden Medien. Die spielten eine Karte nach der anderen aus: Sie prangerten erst das „gebrochene Versprechen“ an. Dann erklärten viele von ihnen öffentlichkeitswirksam (und unter pathetisch-irreführenden Überschriften wie: „Zeitungen entbinden Wulffs Anwalt von Schweigepflicht“), sie verzichteten auf ihre Rechte. Schließlich veröffentlichte etwa die „Welt“ ihre eigenen Fragen und die Antworten, die sie bekommen hatten, selbst.
Worum geht es hier? Um Aufklärung in der Sache längst nicht mehr: Die Ergebnisse ihrer Anfragen beim Präsidenten haben die Journalisten ohnehin nutzen können. Und wenn es ihnen tatsächlich um umfassende Transparenz gegangen wäre, hätte sie auch niemand daran gehindert, ihre eigenen Fragen und Antworten längst öffentlich gemacht zu haben.
Es ist schwer, in all dem mehr zu sehen, als den Versuch, den Präsidenten vorzuführen und bloßzustellen. Die Munition dafür hat Wulff, wieder einmal, selbst geliefert. Aber macht das die Berichterstattung relevant? Rechtfertigt das die Dominanz und endlose Fortschreibung des Themas?
Das Misstrauen des Publikums wird im konkreten Fall noch verstärkt durch die zentrale, aber zutiefst intransparente Rolle, die die Axel Springer AG und speziell die „Bild“-Zeitung darin spielt. Anstatt den Anruf Wulffs bei Chefredakteur Kai Diekmann selbst publik zu machen, ließ das Blatt ihn seinen Weg in die Öffentlichkeit über andere Medien finden – und lieh sich auf diese Weise deren Seriösität und wurde scheinbar vom Beteiligten zum Beobachter. Viele, die den etablierten Medien ohnehin kritisch gegenüberstehen, sahen hinter der Berichterstattung insgesamt den Springer-Verlag die Strippen ziehen – ganz abgesehen von der traurigen Ironie, dass ausgerechnet ein Medium, dem selbst Drohungen nicht fremd sind, plötzlich durch eine Drohung in die Rolle des Opfers eines vermeintlichen Angriffs auf die Pressefreiheit gelangte.
Tatsächlich half es Springer und „Bild“, dass zunächst nur einzelne Bruchstücke aus Wulffs Nachricht an die Öffentlichkeit kamen und Urteile gefällt wurden, ohne die ganze Wahrheit zu kennen. Geholfen hätte den Medien das, was auch Wulff geholfen hätte: Wahrhaftigkeit und Transparenz. Sie verlassen sich, wie der Bundespräsident, viel zu sehr darauf, dass das Publikum ihnen und ihrem Urteil schon vertraut, obwohl längst alles dagegen spricht, dass das der Fall ist.
Die Medien, ungerecht und pauschal verallgemeinert, werden den Ansprüchen, die sie an den Bundespräsidenten stellen, selbst nicht gerecht. Es ist legitim und richtig, an ein Staatsoberhaupt und an die Mächtigen und Verantwortlichen im Lande überhaupt besondere Ansprüche zu stellen. Aber die Pressefreiheit, die hier scheinbar gerade verteidigt wird, ist mehr als nur ein Selbstzweck, und wenn die Medien der mit ihr verbundenen Pflicht gerecht werden wollen, müssen sie besser werden, maßvoller, verantwortungsvoller.
57 Prozent der Befragten haben Anfang Januar in einer repräsentativen Umfrage für die ARD gesagt, sie hätten den Eindruck, „die Medien wollen Wulff fertig machen“. Selbst wenn dieser Eindruck täuschen sollte, wäre es an den Medien, ihn zu korrigieren.
B-Promi, der (meist pejorativ): nicht gänzlich unbekannter Mensch, der von und in den Medien lebt.
B-Promis sind die Mistkäfer der Mediengesellschaft: Obwohl sie nützlich sind, mag sie keiner. Im Gegensatz zu den Käfern verdauen sie allerdings den Kot nicht, sondern produzieren ihn — auf ihrem Mist wachsen ungezählte Magazinbeiträge und bunte Seiten.
Wenn es den B-Promi nicht gäbe, läge ein großer Teil der Inhalteproduktionsindustrie brach. Die Medien brauchen heute mehr Prominente, als die Menschen kennen können.
Man müsste ihn lieben, aber dafür ist er nicht da. Er ist dafür da, dass man ihn behandeln kann wie eine Berühmtheit, als hätten seine Erlebnisse und Meinungen einen Nachrichtenwert, aber ohne dass man zu ihm aufschauen müsste. Er erzählt uns, wenn er frisch getrennt oder operiert ist, und wir können ihn, nachdem wir das aufgesogen haben, dafür verfluchen, dass er uns damit behelligt.
Der damalige Talkmaster Karl Dall hatte schon 1999 in einem SPIEGEL-Gespräch gesagt, B-Promis seien die dankbarsten Opfer: „Die sind noch hungrig und lassen sich gerne quälen.“ Auf die Frage nach seinen Gästen sagte er damals schon: „Ich habe eine Liste von mehr als 300 Leuten, die ich in A- und B-Prominenz aufgeteilt habe. Ein Drittel hat mir RTL wieder rausgestrichen und dafür ein paar aus ihrem Laden reingeschrieben.“
Die Nomenklatur ist ein bisschen unübersichtlich geworden. Früher war ein B-Promi jemand, der kein A-Promi war. Dann gab es immer mehr Menschen, von denen man immer weniger wusste, wofür sie eigentlich nicht berühmt waren, und schließlich sogar solche, die nur noch dafür prominent waren, prominent zu sein. Es folgte eine Buchstaben-Inflation, die einige Journalisten im Bemühen, sich von ihrer eigenen Arbeit zu distanzieren, dazu brachte, nur noch reflexartig von „Z-Prominenten“ zu sprechen. In diesem Kontext steht der B-Promi nicht mehr am Ende der Hackordnung, sondern ist jemand, der es fast geschafft hat. Jemand, der mit etwas Glück oder Pech sogar in die „Tagesschau“ kommen kann, wenn er mit einem Gurkenlaster kollidiert. Jemand, der in die Jahreskonferenz der B-Promis in den australischen Dschungel geladen wird wie Brigitte Nielsen. Jemand, der uns, wenn wir ihm jetzt beim Madenessen zuschauen, das Gefühl schenkt, ihm überlegen zu sein.
Wir sollten ihn dafür lieben, dass wir ihn verachten dürfen.

Wenn Sie heute abend um 22.45 Uhr auf Ihrem Fernsehgerät oder in Ihrem Internet ZDFneo einschalten, können Sie sich von mir erklären lassen, wie man seriöser Journalist wird, warum Christian Wulff so dumme Entscheidungen trifft, wieso Kai Diekmann so selten im Fernsehen auftritt und warum ich im vergangenen Jahr an der „Echo“-Preisverleihung mitgewirkt habe.
Das ist, zugegeben, kein guter Grund. Aber außerdem macht sich Joko Winterscheidt nackig, Klaas Heffer-Umlauf gibt den Haffenloher, die Sterne üben Playbackspielen und das Bo wird synchron ins Italienische übersetzt. (Und wenn ich Glück habe, haben sie die Stelle, wo ich sinnlos gefühlte Minuten im Fahrstuhl stehe und darauf warte, dass irgendein Licht angeht, worauf ich warten sollte, bevor ich rausgehe, nachträglich geschnitten und vielleicht wenigstens ein Zirp-Geräusch unter das Schweigen des Publikums gelegt, wenn ich wieder einmal versucht habe, witzig zu sein.)
Und neoParadise ist eh eine wunderbare kleine Late-Night-Show, die mit ihrer Mischung aus Rotzigkeit und Leidenschaft, spätpubertärer Albernheit und großem Entertainment jedenfalls mein Humorzentrum trifft.

Der „Tagesspiegel“ war sichtlich stolz auf seine Exklusiv-Meldung. Online hob er sie mit einem gelben Textmarker-Hinweis hervor; gedruckt brachte er sie ganz oben auf Seite 1.
Sie lautete:
Wulffs Anwalt: Antworten bleiben geheim
Berlin – Bundespräsident Christian Wulff verweigert die Herausgabe von Fragen und Antworten zu seiner Affäre. Dies teilte sein Anwalt Gernot Lehr, der die Fragen für Wulff beantwortet hat, dem Tagesspiegel mit. „Der im Mandantenauftrag geführte Schriftverkehr zwischen Anwälten und Dritten fällt unter die anwaltliche Verschwiegenheitspflicht. Aus diesem Grund sowie aus Gründen der praktischen Handhabbarkeit für alle Beteiligten ist eine zusammenfassende Stellungnahme erfolgt“, sagte Lehr. In seinem TV-Interview hatte Wulff gesagt: „Ich geb Ihnen gern die 400 Fragen, 400 Antworten.“ (…)
Die Agenturen sprangen sofort darauf an. Schon um 5:55 Uhr morgens verbreitete Reuters die Meldung mit folgendem Hintergrund:
Wulff hatte in der vergangenen Woche in seinem Interview mit ARD und ZDF gesagt: „Ich gebe Ihnen gern auf die 400 Fragen 400 Antworten.“ Man müsse die Transparenz weitertreiben, was auch neue Maßstäbe setze. „Morgen früh werden meine Anwälte alles ins Internet einstellen. Dann kann jede Bürgerin, jeder Bürger, jedes Detail zu den Abläufen sehen (…).“
AFP, dapd, dpa zogen alle noch im Lauf des Vormittags nach. Bei dpa las sich der entscheidende Widerspruch so:
Wulff hatte in der vergangenen Woche im Interview von ARD und ZDF angekündigt, er wolle in der Affäre für vollständige Transparenz sorgen. „Morgen früh werden meine Anwälte alles ins Internet einstellen. Dann kann jede Bürgerin, jeder Bürger jedes Details zu diesen Abläufen sehen und bewertet sehen, auch rechtlich“, sagte er. „Ich geb‘ Ihnen gern die 400 Fragen, die 400 Antworten.“
In späteren Meldungen behauptete dpa, der Bundespräsident habe „eine öffentliche Dokumentation der Fragen und Antworten zu den Vorwürfen gegen das Staatsoberhaupt“ „versprochen“.
Hat er das wirklich?
Die Zitate Wulffs stimmen. Sie stammen alle aus dem Interview, das er in der vergangenen Woche ARD und ZDF gegeben hat. Aber der Satz, dass seine Anwälte „alles ins Internet einstellen werden“, und der Hinweis auf „die 400 Fragen, die 400 Antworten“, fielen keineswegs im selben Zusammenhang.
Wulff sagte einerseits:
Morgen früh werden meine Anwälte alles ins Internet einstellen. Dann kann jede Bürgerin, jeder Bürger jedes Detail zu diesen Abläufen sehen und bewertet sehen, auch rechtlich.
Er sagte das im Kontext, dass „man“ (er meint: „ich“) „die Transparenz weitertreiben muss“. Über die „400 Fragen“ spricht er sehr viel später:
Schausten: Können Sie denn garantieren, dass nicht noch etwas anderes nachkommt in der Affäre, über die wir jetzt sprechen?
Wulff: Also bei 400 Fragen und wenn gefragt wird, was es zu essen gab, bei Ihrer ersten Hochzeit und wer Ihre zweite bezahlt hat und ob Sie den Unterhalt für Ihre Mutter gezahlt haben und ich könnte jetzt tausend Sachen mehr nennen und wer die Kleider für Ihre Frau gezahlt hat, welche geliehen waren, welche sozusagen als geldwerter Vorteil versteuert werden, dann kann ich nur sagen, ich geb Ihnen gern die 400 Fragen – 400 Antworten. Da ist jetzt etwas, was einen dann innerlich auch nach solchen drei Wochen irgendwo freimacht, dass man sagt, also jetzt ist wirklich alles von innen nach oben und umgekehrt gewendet. Und man muss sich dann auch fragen, ob nicht dann auch es irgendwann akzeptiert wird, dass auch ein Bundespräsident ein privates Leben haben darf.
Er spricht hier davon, dass er glaubt, sich keine Sorgen darüber machen zu müssen, dass noch neue Enthüllungen ans Tageslicht kommen. Die 400 Fragen, auf die er ebenso viele Antworten gegeben habe, hätten wohl alles abgedeckt. Er blickt nicht in die Zukunft, wenn die Anwälte irgendetwas veröffentlichen würden, sondern in die Vergangenheit: Es hätte ihn „innerlich freigemacht“, das Gefühl zu haben, alles gefragt worden zu sein und alles beantwortet zu haben.
Womöglich kann man das auch anders verstehen. Ganz sicher war Wulff — wieder einmal — dumm, dass er das Veröffentlichen eines sechsseitigen Papiers mit Antworten als revolutionären Akt der Transparenz verbrämte. Aber es spricht einiges dafür, dass er nicht angekündigt oder versprochen hat, alle 400 Fragen und Antworten im Internet veröffentlichen zu lassen.
Die Agentur Reuters ist immerhin genau genug, in einer Meldung am Dienstagabend so zu formulieren:
Mittwoch vergangener Woche hatte Wulff im Interview von ARD und ZDF angekündigt, auf die bis dahin 400 eingereichten Fragen gebe er gerne 400 Antworten. Er wolle mit der Transparenz neue Maßstäbe setzen. Seine Anwälte würden noch am Folgetag „alles ins Internet einstellen“. Jeder Bürger könne dann jedes Detail bewerten. Dies war vielfach so verstanden worden, als werde er sämtliche Antworten auf Anfragen von Medien öffentlich machen.
Ja: Es war vielfach so verstanden worden. Eindeutig gesagt hatte er es nicht.
Doch die Medien taten so, als hätte er. Und hatten frische Munition.
„Spiegel Online“ brachte den Vorwurf auf die schlichte schlagzeilentaugliche Formel:
Wulff bricht sein Versprechen
Und komponierte entsprechend Wulffs Zitate sehr frei wie folgt zusammen:
Am Mittwoch hatte das Staatsoberhaupt in einem Interview mit ARD und ZDF noch angekündigt: „Ich geb Ihnen gern auf die 400 Fragen 400 Antworten.“ Man müsse die Transparenz weitertreiben, „die setzt auch neue Maßstäbe“. „Morgen früh werden meine Anwälte alles ins Internet einstellen. Dann kann jede Bürgerin, jeder Bürger jedes Details zu den Abläufen sehen — und bewertet sie auch rechtlich.“
Der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag Peter Altmaier sagte dem „Hamburger Abendblatt“: „Ich hielte es für unglücklich, wenn der Eindruck entstünde, dass die Anwälte des Bundespräsidenten jetzt hinter dem zurückbleiben, was er selbst in einem Fernsehinterview angekündigt hat.“ Gegenüber der WAZ-Mediengruppe nutzte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel den angeblichen Widerspruch zwischen Versprechen und Einlösung für neue, alte Angriffe auf Wulff. Die „WAZ“ behauptete in diesem Zusammenhang:
In seinem Fernseh-Interview in der vergangenen Woche hatte Wulff erklärt, er wolle die 400 Medienanfragen, die er über seine Anwälte beantwortet habe, der Öffentlichkeit zugänglich machen und so in der Transparenz „neue Maßstäbe“ setzen.
Die Agentur dapd nutzte die Kritik an der Nichtveröffentlichung am Mittwochabend für eine Meldung mit dem sich selbsterfüllenden Titel: „Wulff-Affäre nimmt keine Ende“.
Den Anlass für die weiteren negativen Schlagzeilen hat zu einem größeren Teil wieder Wulff selbst geliefert. Aber wäre es zuviel verlangt von den Medien, im Umgang mit dem Bundespräsidenten, bei dem sie jetzt alles ganz genau nehmen, alles ganz genau zu nehmen?
[via Werner Berger in den Kommentaren]
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