Gerade berichteten die „Tagesthemen“ in ihrem Nachrichtenblock darüber, dass Anne Will die Nachfolgerin von Sabine Christiansen wird, inklusive Film und O-Tönen von Intendanten, die ihre besondere Befähigung rühmten. Und jeder Zuschauer wusste, dass die Gerühmte währenddessen daneben saß und die Sendung moderierte.
Fiese Situation. Soll sie hinterher weitermoderieren, als wäre nichts gewesen? Geht eigentlich nicht. Irgendeinen selbstironischen Witz machen? Wirkt mit großer Wahrscheinlichkeit eitel oder unpassend. Eine ernste Erklärung abgeben? Geht gar nicht.
Ich sitz in solchen Situationen immer mit alberner Angst vor dem Fernseher, den Finger auf der Fernbedienung, falls etwas ganz Peinliches passiert (leider kann ich dann immer erst recht nicht umschalten).
Anne Will aber sagte hinterher einfach so etwas wie: „Ich bleib übrigens noch ein paar Monate“, lächelte, leitete über zum Wetter, und es war wunderbar elegant: unaufgeregt, unpeinlich, unprätentiös.
Ich mag Leute im Fernsehen, die können, was sie tun. Hab ich schon gesagt, dass ich Anne Will toll finde?



