Plump klickt gut

Es wäre beunruhigend, wenn sie das, was sie bei news.de fabrizieren, tatsächlich für Nachrichten halten. Oder sogar für „mehr als Nachrichten“, wie es im Logo steht. Zum Beispiel das hier: „Einmal Oralsex für Angela Merkel“. Das steht da so, in der Überschrift. Und drüber steht, in der Dachzeile: „Blowjob-Festspiele“. Es geht also, Sie ahnen es sofort: um die Bayreuther Festspiele und um Frank Castorfs Inszenierung vor ein paar Wochen, bei der es zu Oralsex auf der Bühne gekommen sein soll. Was natürlich ein total heftiger Skandal ist.

Für news.de ist so ein Skandal ein Fest. Und weil da neben Sex auch Merkel drin vorkommt, steht dieser Artikel bei news.de im Ressort „Politik“. Das passt ganz gut. Denn in diesem Ressort entstehen auch Artikel wie diese (Verpixelung von mir):

Das sind nur Beispiele. Sie könnten sich auch genauso gut irgendeinen Scheiß ausdenken; die Wahrscheinlichkeit, dass Sie ihn auf news.de finden, ist relativ hoch. Die Methode ist immer dieselbe: geile Überschrift, kaum Inhalt. Denn news.de berichtet nicht, news.de schwurbelt, schreit und lügt.

Im Merkel-Artikel steht im Vorspann: „Wie Merkel und das Publikum reagiert haben, erfahren Sie hier.“ Und was erfährt man? Nichts. Weil news.de nichts weiß, jedenfalls nicht darüber, wie Merkel reagiert hat: „Ein Blowjob auf der Bühne dürfte vermutlich nicht ganz nach ihrem Geschmack gewesen sein.“ Oder: „Ob der Kanzlerin dabei die Schamröte ins Gesicht lief? Das ist ungewiss“.

So läuft das ständig. Hätte. Könnte. Dürfte.

Oder man behauptet einfach mal was: „Angela Merkel nimmt eine Eisdusche“ zum Beispiel. Und das bebildert man dann mit einem Foto von Merkel – auch wenn es tatsächlich bloß Oliver Pocher war, der sich, als Merkel verkleidet, bewässerte.

Im Leitbild von news.de heißt es, die Redakteure und Reporter würden „nach dem Grundsatz seriöser, unabhängiger Berichterstattung“ arbeiten und „Informationen aus Politik, Wirtschaft, Finanzen, Gesellschaft, Sport, Gesundheit, Medien, Technik und Auto“ liefern. Na, und was für welche!

„Hier berichten die Redakteure nicht nur aus der Berliner Republik, sondern auch über nationale und internationale Wirtschaftsthemen. Sie sind nah dran, wenn Fluten oder Flammen Landstriche verwüsten, spektakuläre Sportereignisse anstehen oder wichtige Urteile gesprochen werden.“

Ich nehme an, mit „nah dran“ ist gemeint, dass die Redakteure besonders nah an den Bildschirm rücken, um die Agenturmeldungen zu lesen, die sie dann eben umwursteln. Wer sich nicht den ganzen Kram reintun, aber einen Eindruck davon bekommen möchte, mit welchen Titten-, Tod- und Trallala-Geschichten sie bei news.de Klicks generieren, kann sich auch die Tweets ansehen:

Erst dachte ich: Wer das jeden Tag befüllen muss, hat kein schönes Leben. Aber das befüllt offenbar niemand, es scheint automatisiert zu sein.

Laut Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) ist die Seite knapp unter den Top 30 der deutschen Nachrichtenseiten. Mit etwas mehr als einer Million Unique User ist news.de zwar weit von den Großen wie bild.de oder spiegel.de entfernt, lässt aber trotzdem Titel wie die „Berliner Zeitung“ oder die „Mopo“ hinter sich. Kein Wunder: Für einen schnellen Klick machen sie bei news.de eben alles.

Sobald in der Reha-Klinik, in der Michael Schumacher liegt, ein Wasserhahn tropft oder sich Uli Hoeneß im Gefängnisbett umdreht, ist ein Artikel bei news.de so gut wie sicher. Die Texte werden ständig republiziert, immer mit einer kleinen unsinnigen Umdrehung oder einem Zitat mehr, womit news.de dann bei Google News ganz weit oben steht und Leser auf die Seite zieht.

Hinter diesem, nun ja: Konzept steht der Internet-Konzern Unister mit Sitz in Leipzig, eine der größten Internet-Firmen Deutschlands. Unister betreibt neben news.de noch boersennews.de, eine Art Wirtschaftsnachrichtenticker, vor allem aber Portale wie partnersuche.de, myimmo.de oder ab-in-den-urlaub.de, mehr als 40 Stück insgesamt. Der Konzern verdient an der Vermittlung, zum Beispiel von Urlaubsreisen, und hat es perfektioniert, Google für seine Zwecke zu nutzen. Wer dort nach Hotels oder Flügen sucht, stößt schnell auf eine Seite von Unister.

Bei Investoren stand der Konzern deshalb hoch im Kurs, auch wenn er schon länger einen eher zwielichtigen Ruf genießt und sich auch die Staatsanwaltschaft für den Laden interessiert. Zuweilen werden außerdem Vorwürfe laut, der Konzern stelle sich gesünder dar, als er tatsächlich sei. Sicher ist bloß: Unister ist ein Konzern, der darauf ausgelegt ist, Geld anzuhäufen und immer weiter zu wachsen. Und news.de, 2008 gegründet, sollte das Feigenblatt sein. Etwas vermeintlich Seriöses im Urlaubsverkäuferimperium.

Früher sollen bei news.de noch Leute auch mal selbst telefoniert und nachgedacht haben. Heute blasen sie Agenturmeldungen mit Nonsens auf und garnieren sie für die angelockten Leser mit Bilderstrecken, Links und Umfragen. Und mit Werbung:

news_de_werbung

(Haben Sie in dem Screenshot den Bericht gefunden? Kleiner Tipp: Hinter den Autos! Und den Hochhäusern! Und der Facebook-Werbung!)

Naja, und gestern sind dann die Sicherungen komplett durchgeknallt: news.de empört sich über „die aktuelle“, die „Leser-Dummfang“ betreibe. Das Friseur-Blättchen hat diese Woche einen wie immer raunenden Titel gebracht, eine Null-Info-Geschichte über angebliche Trennungs-Gerüchte bei Corinna und Michael Schumacher, irgendwo aus Facebook abgeschrieben. Tatsächlich plump und dumm. Doch dass ausgerechnet news.de diese Masche kritisiert, ist, als würde sich ein Exhibitionist beklagen, dass am FKK-Strand alle nackt sind.

Kurz gesagt: Die Welt wäre um einigen Wortmüll (und viel nervige Werbung) ärmer, wenn diese Seite aus dem Netz verschwände. Das wäre natürlich schlecht für die Mitarbeiter. Zumal ich hoffte dachte, dass die nur da arbeiten, weil der Markt für Leute, die was mit Medien machen, gerade so mies ist. Eine Redakteurin gibt da auch so einen Hinweis. Im Impressum schreibt sie, wieso sie bei news.de ist:

„Weil ich in den Osten wollte und news.de die spannendste Option war, meine Miete zu bezahlen.“

Ein anderer Redakteur schreibt, er sei jung und brauche das Geld. Eigentlich aber finden sie es ganz geil, da zu arbeiten. Chefredakteur Jan Grundmann schreibt, er sei bei news.de, um die, Obacht: „Medienzukunft“ mitzugestalten. Andere wollen „Erfahrungen“ sammeln, an ihrer „Schreibe“ feilen oder die „journalistischen Kenntnisse“ ausbauen. Ich weiß bloß gerade nicht, bei welchem Arbeitgeber news.de als gute Referenz gelten könnte. Außer vielleicht bei Focus Online.

Schweigen fürs Leistungsschutzrecht

Nachtrag, 14:40 Uhr. Okay, keine Glanzleistung, dieser Eintrag. Zwei wichtige Korrekturen unten.

Im Juni haben zwölf Verlage und die von ihnen gestützte Verwertungsgesellschaft VG Media Beschwerde beim Bundeskartellamt gegen Google eingelegt. Sie werfen dem Suchmaschinen-Unternehmen vor, im Zusammenhang mit dem neuen Presse-Leistungsschutzrecht seine Vormachtstellung am Markt zu missbrauchen.

Das Bundeskartellamt hat diese Beschwerde, wie die „Frankfurter Allgemeine“ berichtete und die Agenturen dpa, epd und Reuters meldeten, zurückgewiesen.

Über die Beschwerde berichtete die „Welt“, deren Verlag Axel Springer zu den Beschwerdeführern zählt, im Juni:

Über die abschlägige Antwort des Kartellamtes berichtete die „Welt“: nicht.

Über die Beschwerde berichtete das „Hamburger Abendblatt“, dessen Verlag Funke zu den Beschwerdeführern zählt, im Juni:

Über die abschlägige Antwort des Kartellamtes berichtete das „Hamburger Abendblatt“: nicht.

Über die Beschwerde berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“, dessen Verlag DuMont Schauberg zu den Beschwerdeführern zählt, im Juni:

Über die abschlägige Antwort des Kartellamtes berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“: nicht*.

Über die Beschwerde berichtete die „Hannoversche Allgemeine“, deren Verlag Madsack zu den Beschwerdeführern zählt, im Juni:

Über die abschlägige Antwort des Kartellamtes berichtete die „Hannoversche Allgemeine“: nicht*.

„Wir Verlage“, sagt Thomas Düffert, Chef der Madsack-Mediengruppe, „sind ein Garant der Meinungsbildung und damit für die Demokratie in Deutschland.“ Solche Sätze dienen offenkundig nur dazu, Forderungen an andere zu bekräftigen. Sie sind keine Verpflichtung für die eigene tägliche Arbeit.

*) Korrektur, 14:15 Uhr. Die „Hannoversche Allgemeine“ hat zwar nicht online, aber am Samstag in ihrer Print-Ausgabe berichtet. Und auch der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat zwar online keine Meldung gebracht, aber in der Zeitung.

 
Aus dem Archiv:

Mutmaßungen über Google: Kartellamt lässt Madsack und VG Media blöd aussehen

FAZ.net berichtet, dass das Bundeskartellamt eine Beschwerde deutscher Zeitungsverlage gegen Google in Sachen Leistungsschutzrecht scharf zurückgewiesen gewiesen habe. In einem Brief der Behörde heiße es: „Die Anknüpfungspunkte für ein eventuell kartellrechtsrelevantes Verhalten von Google beruhen teilweise nur auf Mutmaßungen. Das eigentliche Beschwerdeziel bleibt unklar.“ Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagte: „Erforderlich für die Einleitung eines Missbrauchsverfahrens ist stets ein hinreichender Anfangsverdacht. Die Beschwerde der VG Media konnte diesen nicht begründen.“ Die Vorwürfe der VG Media knüpften nicht an ein konkretes Verhalten von Google an.

Das erinnert mich daran, dass ich hier seit Wochen einen fertigen Eintrag zum Thema ungebloggt herumliegen habe. Es ist die Fortsetzung dieses Eintrags, in dem ich der VG Media vorgeworfen hatte, den Bundestag in eben dieser Sache zu desinformieren.

Das passt heute ganz gut:

Die Madsack-Mediengruppe macht Google öffentlich unhaltbare Vorwürfe, möchte Nachfragen dazu aber nicht beantworten.

Thomas Düffert, der Vorsitzende der Geschäftsführung, hatte im Juni begründet, warum sich sein Verlag („Hannoversche Allgemeine Zeitung“, „Leipziger Volkszeitung“, „Lübecker Nachrichten“) zusammen mit elf anderen und der Verwertungsgesellschaft VG Media beim Bundeskartellamt über den Suchmaschinenkonzern beschwert habe:

„Madsack hat im vergangenen Jahr von Google eine schriftliche Aufforderung erhalten, auf die Durchsetzung unseres soeben durch den deutschen Gesetzgeber gewährten Presseleistungsschutzrechtes ganz zu verzichten und zu erklären, keine Vergütungsansprüche gegen Google geltend zu machen. Andernfalls würde Google, als deutschland- und weltweit größter Betreiber von Suchmaschinen, unsere digitalen verlegerischen Angebote auslisten. Für uns ist diese Drohung eindeutig ein Marktmissbrauch, denn bei einem Fast-Monopolisten wie Google ausgelistet zu werden und damit nicht mehr sichtbar zu sein, hat weitreichende Folgen.

Ich habe der Madsack-Pressestelle dann folgende Fragen gestellt:

Können Sie mir sagen, wann und in welcher Form Google Madsack damit gedroht hat, die Angebote aus seiner Suchmaschine auszulisten?

Im Zusammenhang mit dem Leistungsschutzrecht hat Google im Sommer 2013 angekündigt, Angebote, die keine entsprechende Einverständniserklärung abgeben, aus „Google News“ herauszunehmen, nicht aber aus der Suchmaschine. Bezieht sich die Aussage von Herrn Düffert darauf? Oder gab es weitere „Drohungen“ von Google?

Hat „Google News“ nach Ansicht von Madsack eine marktbeherrschende Stellung im Bereich der Nachrichtenaggregatoren?

Die Pressesprecherin sagte mir zu, sich „schnellstmöglich“ zu melden, tat das dann aber gar nicht mehr. Auf Nachfrage erklärte sie, sie hätte meine Anfrage an die VG Media weitergegeben. Auf erneute Nachfrage sagte sie, Madsack werde sich nicht dazu äußern.

Einer der großen Regionalzeitungsverlage, „ein Garant der Meinungsbildung und damit für die Demokratie in Deutschland“ (O-Ton Düffert) behauptet lautstark, von Google quasi erpresst worden zu sein, möchte aber nicht sagen, wann und in welcher Form das geschah.

Es könnte natürlich damit zu tun haben, dass Google, wie gesagt, gar nicht mit einer solchen Auslistung aus der Suche gedroht habe, sondern es bei dem Vorgang im Sommer 2013 ausschließlich um den Nachrichtenaggregator „Google News“ ging.

Aber tatsächlich, immerhin, bekam ich dann doch noch eine Antwort von der VG Media, jener Organisation, die für Madsack, Springer und mehrere weitere Verlage versucht, aus dem neuen Leistungsschutzrecht Erlöse zu erzielen. Die VG Media hatte im Juli Bundestagsabgeordnete und Vertreter mehrerer Bundesministerien zu einer Informationsveranstaltung eingeladen und dabei ebenfalls behauptet, dass Google den Verlagen im vergangenen Jahr mit einer Auslistung aus der Suche gedroht habe. Auf meine Bitte um eine Erklärung antwortete die VG Media nach nur zwei Nachfragen:

Das Leistungsschutzrecht spricht von Suchmaschinen und anderen kommerziellen Diensten, die Inhalte entsprechend einer Suchmaschine aufbereiten. Im Gesetzestext ist der zentrale Satz so formuliert: „Zulässig ist die öffentliche Zugänglichmachung von Presseerzeugnissen oder Teilen hiervon, soweit sie nicht durch gewerbliche Anbieter von Suchmaschinen oder gewerbliche Anbieter von Diensten erfolgt, die Inhalte entsprechend aufbereiten.“ Deswegen ist keineswegs nur Google News betroffen, sondern auch Google Search, Google Bilder und jede andere Form von Suche und Aggregation, die mehr umfasst, als einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte.

Das mag sein. Die Einverständniserklärung, die Google im vergangenen Jahr forderte und die die VG Media für einen Missbrauch der Marktmacht Googles hält, bezog sich allerdings ausschließlich auf „Google News“.

Die VG Media weiter:

Außer Google weiß niemand, mit welchen Mechanismen die verschiedenen Google-Dienste miteinander verknüpft sind. Die VG Media hat deutliche Hinweise darauf, dass die Auslistung aus Google-News auch Auswirkungen auf die Auffindbarkeit in der Suchmaschine hat. Google verschweigt die Auswirkungen, die die angedrohte Auslistung von „Google News“ auf die anderen Google-Dienste hat, insbesondere auch auf die allgemeine Google-Suche.

Ich hatte im Juli, als ich die Antwort bekam, auch schon den Verdacht, dass es sich bei den „deutlichen Hinweisen“ um bloße Mutmaßungen handelt. Und selbst wenn nicht, hätte das nichts mit dem Vorwurf zu tun, den die VG Media und Verlage wie Madsack gegen Google erhoben haben, nämlich mit einer Auslistung aus der Suche zu drohen.

Irgendwie bin ich nicht überrascht über die Klatsche des Kartellamts für diesen Verein.

Nachtrag, 18:50 Uhr. Die VG Media bezeichnet die Meldung von FAZ.net sprachlich originell als „sachlich unzureichende Darstellung und Bewertung“ des Sachverhaltes.

iRights.info dokumentiert das Schreiben des Kartellamtes im Original und kommentiert es.

 

Abwarten und totsaufen

Plötzlich war es also da, einfach so, inmitten der Stadt Fürth in Mittelfranken, wo rund 120.000 Menschen leben, es einen Bürgermeister von der SPD gibt und eine Lokalzeitung, die weiß, was sie nicht tut. Von heute auf morgen lag es da rum, das unbekannte Subjekt, und die Reporter der „Fürther Nachrichten“ haben es gleich identifiziert, denn es lag in einem Park in der Innenstadt, hatte lediglich einen „kleine[n] Rucksack“, eine Gitarre und sonst nicht viel, wie die Zeitung wissen lässt.

Und nun treten Sie bitte besser schon mal einen Schritt zurück und halten sich Nase und Augen zu, denn das unbekannte Subjekt, um das es sich handelt, ist:

ein Obdachloser.

120.000 Einwohner in Fürth müssen zusehen, wie ein einzelner Obdachloser auf öffentlichem Grund versucht, irgendwie klarzukommen. Die schockierende Meldung: „Der Obdachlose wurde – vor aller Augen – zum Bewohner des kleinen Parks.“ Vor aller Augen! Es ist so schlimm. Das haben den „Fürther Nachrichten“ auch „Experten“ versichert: „Es ist ein ungewöhnlicher Fall, nicht nur weil es in Fürth in jüngerer Zeit nach Erkenntnis von Experten keine Menschen mehr gab, die dauerhaft im Freien lebten.“ Keine Obdachlosen also in Fürth. Gesegnete Stadt.

Aber nun sehen die armen Leute in Fürth eben live, was sie sonst nur aus dem Fernsehen oder vom Drei-Tage-Bustrip nach Berlin kennen: Armut. Was die Reporterin auch rührselig notiert: Wie es da liegt, das „Bündel Mensch im Pavillon“, auf der „Isomatte, die die Kälte des Steins erträglich macht“. Und wie es, „hinkend“ und „nie aggressiv, nie laut“, durch den Tag zu kommen versucht, zwischendurch auf der Gitarre spielt, das immergleiche Lied, um an etwas Geld zu kommen.

Was macht also die Lokalzeitung?

Sie geht mal zu dem Unbekannten hin. Fragt, wer er ist. Fragt, woher er kommt. Was mit ihm geschehen ist. Fragt, ob es ihm gut geht oder er Hilfe braucht. Gibt ihm etwas Geld oder zu essen und zu trinken. Ruft in der Zeitung dazu auf, zu helfen. Trommelt. Macht. Schreibt dann eine herzzerreißende Geschichte über einen Obdachlosen und dessen Schicksal. Sie ruft die Polizei.

„Ein besorgter Anruf aus der FN-Redaktion nach den ersten Tagen war Anlass für die Polizei, die Personalien des Mannes festzustellen.“

Diese tiefe Besorgnis, sie muss immens sein, so immens, dass die Lokalreporter nicht aus der Redaktion bzw. in die Nähe des Unbekannten gehen können. Aus gebotener Entfernung und in tiefer Sorge hat die Zeitung den Obdachlosen also abgelichtet, netterweise von hinten, wie er da im Schlafsack liegt, ein Tetrapack neben sich und die Gitarre. Wo er möglicherweise herkommt, was möglicherweise ist, all das erfährt der Leser aus zweiter und dritter Hand, weil das Lokalblatt, statt mit dem Mann Kontakt aufzunehmen, seine Zeit damit zubringt, nach der Polizei auch noch das Sozialamt anzurufen. Und zu warten. Und zu kucken. Und zu warten.

Aber gut, mit Hilfe der einigermaßen hilflosen Sozialamts-Chefin wird dann in den „Fürther Nachrichten“ wenigstens noch mal dargelegt, wie, Zitat: „uferlos“ dieses Problem mit dem einen Obdachlosen doch scheine. Und dass man da jetzt auch nicht recht, ähä, nun ja, also: Man kann ja niemanden zwingen. Man kann ihm nur Optionen aufzeigen. Eine hätte die Sozialamts-Chefin schon mal anzubieten:

Es handle sich immer noch um einen freien, erwachsenen Mann, den man nicht entmündigen dürfe, der sich, wenn er dies wolle, auch totsaufen dürfe.

Der Artikel, ihre Untätigkeit – beides hat den „Fürther Nachrichten“ schon Rüffel von ihren Lesern beschert. Die Redaktion hat trotzdem eine total sozialkritische Erklärung parat, warum sie das jetzt so gemacht hat und nicht anders:

„Der Artikel beschäftigt sich damit, dass es in einer Stadt wie Fürth – erschreckenderweise – drei Wochen lang nicht gelungen ist, einem schutzbedürftigen Menschen zu helfen bzw. überhaupt erst einmal zu erfahren, ob er sich Hilfe wünscht.“

Dazu hätte ich eine kurze Frage: Hä? Die Autorin des Artikels ist erst damit beschäftigt, Ämter zu alarmieren und drei Wochen abzuwarten, ob sich was tut, um sich dann, weil sich nichts tut, damit zu befassen, dass sich nichts tut? Knaller. Das hätte der selbstreferentiellste Text zwischen ungefähr 1987 und heute werden können. Nur fragt sich die Zeitung leider nicht, weshalb sie nichts (anderes) tat.

Der Obdachlose, ein Mann aus Ungarn, bekam übrigens offenbar doch noch Hilfe, wie die Redaktion in einer Stellungnahme auf eine Leser-Beschwerde schreibt. Eine Leserin der „Fürther Nachrichten“ fuhr hin, konnte sich auf Ungarisch mit dem Mann verständigen und bot ihm Geld für ein Zugticket an. Angeblich hat er sich darüber gefreut. Das Bittere ist bloß: Weil die Hilfsaktion durch den Artikel ausgelöst wurde, denken sie bei den „Fürther Nachrichten“ nun wahrscheinlich, dass ihre Arbeit etwas bewirkt habe – und dass das Lokaljournalismus ist.

Nackt-Selfie-Affäre in der Schweiz: „Jetzt muss er auf die Knie“

Es ist eine pikante Geschichte, mit der gerade in der Schweiz der Boulevard gepflastert wird und die gestern Abend groß im Fernsehen, bei SRF1, diskutiert wurde. In Kurzform geht sie so: Ein Politiker, Nationalrat und Stadtammann, fotografiert sich (halb-)nackt, angeblich auch tagsüber in Diensträumen, und verschickt die Fotos nebst passender Kurznachrichten an eine Frau. Die Bilder und Texte liegen inzwischen, wie angeblich auch Ton-Mitschnitte von Gesprächen des Politikers, in etlichen Schweizer Redaktionsstuben, wo man sich fröhlich über sie hermacht. Allen voran: die Wochenzeitung „Schweiz am Sonntag“.

SRF1_still

Deren Chefredakteur, Patrick Müller, ließ es sich voriges Wochenende nicht nehmen, sein Blatt höchstselbst mit der Story vollzutropfen und ausführlich zu zitieren, was auf den Bildern des Nationalrats Geri Müller zu sehen und in den Nachrichten Schlüpfriges zu lesen ist. Privat waren die Dokumente für die „Schweiz am Sonntag“ nicht mehr, da die Aufnahmen ja im Stadthaus gemacht worden sein sollen, teilweise zur Dienstzeit, weshalb das von öffentlichem Interesse sei.

Zumal dem Nationalrat im Text auch unterstellt wird, er habe, durch sein Amt bevorteilt, die Polizei auf die Frau gehetzt, um an ihr Handy und damit an die Bilder und Nachrichten zu kommen. Klingt wie eine Tatsache, geschrieben aus Sicht des vermeintlichen Opfers, gedruckt in der „Schweiz am Sonntag“:

„Im Polizeiauto ist für sie klar: Der Stadtammann hat die Stadtpolizei losgeschickt, um ihr das Handy wegzunehmen.“

Das ist schon interessant. Hier wird suggeriert, der Politiker habe die Polizei quasi für private Zwecke instrumentalisiert, was tatsächlich von öffentlichem Interesse wäre. Aber die Frage ist: Stimmt es überhaupt? Nationalrat Müller stellte es gestern auf seiner Pressekonferenz anders dar. Die Frau sei in Not gewesen, sagte er, deshalb habe er die Polizei alarmiert. Also, um sie zu schützen. Oder eine andere Frage: Was war das für eine Beziehung? Wie eng war sie? Geht eigentlich niemanden was an, aber auch dazu kursieren verschiedene Versionen. Wie auch dazu, wer auf wen Druck ausgeübt hat. Der Nationalrat auf die Frau? Oder sie (auch) auf den Nationalrat? Es ließe die Sache in jeweils ganz anderem Licht erscheinen.

Aber die Gerüchte sind draußen und all die schmutzigen und erfundenen Details. Die heißeste Erfindung: das Alter der Bekannten. In der „Schweiz am Sonntag“ ist lediglich die Rede von einer „jungen Frau“, doch so wummst das natürlich noch nicht. Plötzlich wird kolportiert, der 53-jährige Politiker habe da was mit einer 21-Jährigen gehabt, worauf man sich natürlich prima einen runterschreiben kann, was auch etliche gemacht haben. Der alte Sack, das junge Ding – das läuft ganz gut, auch wenn es nicht stimmt. Nationalrat Müller hat dazu gestern erklärt, die Frau sei nicht 21, sondern 33 Jahre alt. Naja, und wer hat’s erfunden? Die Gratiszeitung „20 Minuten“. Online schrieb sie, noch bevor „Schweiz am Sonntag“ ihre Print-Geschichte mittags selbst ins Netz stellte:

„Die Geschichte, die die Zeitung ‚Schweiz am Sonntag‘ heute über den Grünen Badener Stadtrat und Nationalrat Geri Müller und dessen angebliche 21-jährige Handy-Sex-Chat-Partnerin schreibt, ist hochbrisant.“

Dass das Alter offenbar nicht stimmt, hat „20 Minuten“ inzwischen begriffen und sich entschuldigt. Chefredakteur Marco Boselli schreibt auf meine Nachfrage: „Der Fehler geschah auf Grund einer – im Nachhinein kaum mehr rekonstruierbaren – Fehlinterpretation des Original-Textes.“ Was wohl darauf hinaus läuft, dass der Autor des Artikels die Altersangabe irgendwo am Wegesrand gefunden hat. Man müsste viel „interpretieren“, um aus der Wendung „junge Frau“ abzuleiten, dass die so etwa genau 21 ist. In ihrer Korrektur schreibt „20 Minuten“, man habe die Altersangabe in allen Artikeln „entfernt“ und weise mittels einer Box darauf hin.

Stimmt.

So eine unscheinbare Box steht auch im Interview mit der „Sexologin Esther Schütz“, das mit der Frage beginnt: „Warum lässt sich eine 21-Jährige mit einem über 50-jährigen Politiker wie Geri Müller ein?“ Und in der zweiten Frage ist von der „21-Jährigen Geliebten“ die Rede. Davor und danach spekuliert die Sex-Tante, wieso irgendwer irgendwas macht, um einen „Kick“ zu bekommen, während „20 Minuten“ dafür Klicks bekommt. In der nun eingefügten Box heißt es, man habe das Interview in der Annahme geführt, die Frau sei 21, das stimme aber nicht. Worin bei „20 Minuten“ allerdings niemand einen Grund sieht, das Interview zu löschen. Stattdessen steht es da und verbreitet weiter Legenden.

Das falsche Alter, die schmierigen, unbestätigten oder erfundenen Details bleiben kleben, wie immer in solchen Fällen. Im Netz findet sich die falsche Altersangabe auch an anderen Stellen, beispielsweise in einem bemerkenswerten Kommentar der „Basler Zeitung“. Der Autor ahmt so etwas wie eine Argumentationskette nach, die bei der Hauptfigur der Serie „House of Cards“ beginnt und über Geri Müller und seine „sexuelle Beziehung zu einer 21-jährigen“ Frau führt, um dann bei Silvio Berlusconi und Bill Clinton anzukommen. Fazit: Vögeln darf man überall, man darf sich nur nicht erwischen lassen. Oder im Wortlaut:

„Selbstverständlich darf man in der Badener Amtsstube Sex haben, auch auf der Toilette, auf dem Parkplatz, im Lift, wo es eben beliebt – aber man sollte sich nicht erwischen lassen.“

Was schön die schwiemelige Moral zeigt, mit der hier die Geschichte breitgetreten wird. Denn es bedeutet ja schlicht: Machen darf jeder alles, aber sobald er erwischt wird – Feuer frei! Der Autor attestiert dem Politiker dementsprechend noch, einer „organisierte[n] Form von Sexualität“ gefrönt zu haben, da er, der Nationalrat, ja regelmäßig Nachrichten verschickte. Was schweizerisch-ordentlich klingt, aber auch so ähnlich wie „organisierte Kriminalität“. Der Text endet deshalb folgerichtig mit einem Richterspruch:

„Jetzt muss er auf die Knie. Das sind die Mechanismen der Öffentlichkeit.“

Auf die Knie. Weil er sich „erpressbar gemacht“ und „dämlich verhalten“ habe. Kurz abgesehen von der (wahrscheinlich beabsichtigten) sexuellen Konnotation – es ist ein bezeichnendes Bild vom Journalisten, der oben steht und auch bei dünner Faktenlage urteilt, wer sich nun bitteschön in den Staub werfen soll.

Wo Nationalrat Geri Müller übrigens längst ist: Der Nationalrat hat sich gestern Abend in der Sendung „Club“ bei SRF1 einer Runde gestellt, in der mehr als eine Stunde lang ausschließlich über ihn und untenrum geredet wurde.

  • Ebenfalls zum Thema: Kollege Rainer Stadler schreibt im NZZ-Blog, dass Vorsicht hier oberstes Gebot wäre. „Und Schweigen öfters besser.“

Gastblogger: Boris Rosenkranz

Ich glaube ja, dass ein Grund für die chronische Überlastung der ZDF-Pressestelle darin besteht, dass mehrere Mitarbeiter vor einiger Zeit dafür abgestellt wurden, kleine Boris-Rosenkranz-Voodoo-Puppen zu basteln. Spätestens als er mit einem Kamerateam von „Zapp“ auf dem Mainzer Lerchenberg auftauchte und dort einfach den Fernsehrat beim Sich-Versammeln-im-Konferenzraum filmen wollte. Da könnte ja jeder kommen. Und kommt auch! „Wir hatten in der letzten Zeit ein paar Fälle“, sagt ZDF-Kommunikationschef Alexander Stock, „wo sich ein paar Journalisten im Haus bewegt hatten.“

Jedenfalls entstand bei der Gelegenheit der folgende schöne Beitrag für das NDR-Medienmagazin:

Dies ist ein Platzhalter für Inhalte von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

mehr Informationen

Rosenkranz geht gerne zu Medienanlässen und fällt anderen zur Last, bei einer „Nacht der Medien“ in Hamburg („Herr Struhunz? Wir suchen die Krihise!“) ebenso wie bei Christian Wulffs Buchvorstellung („Herr Wulff, ist das denn heute auch ein Tag, wo Sie sagen, komm‘, wir machen einen Neuanfang, ich verzeih‘ Euch, ihr Medien?“).

Die Sommerpause von „Zapp“ hat er durch frenetisches Twittern überbrückt und nebenbei das ZDF um Kopf und Kragen gefragt.

Die nächsten Wochen tobt er sich neben seiner Arbeit bei „Zapp“ hier im Blog ein bisschen aus.

Neues von Werther: Suizid-Häufung nach breiter Suizid-Berichterstattung

Selbstmord ist ansteckend. Berichterstattung über Suizide erhöht die Zahl der Suizide. Eine neue Studie aus den Vereinigten Staaten liefert weitere Indizien dafür, dass dieser sogenannte „Werther-Effekt“ tatsächlich existiert.

Die Forscher, unter anderem von der Columbia Universität in New York, untersuchten Selbsttötungen von Jugendlichen in den Vereinigten Staaten zwischen 1988 und 1996. Einerseits Fälle, bei denen sich mehrere Jugendliche innerhalb einer begrenzten Zeit an einem Ort das Leben nahmen. Und andererseits Fälle, bei denen es bei einem einzelnen Suizid blieb. Dann verglichen sie die Berichterstattung in den Zeitungen jeweils nach dem ersten Suizid. Sie stellten fest, dass es signifikante Unterschiede gab.

In den Fällen, in denen es zu weiteren Suiziden kam, hatten die Zeitungen im Durchschnitt häufiger und ausführlicher über Suizide berichtet, mehr Details wie den Namen des Opfers, Zeit, Ort und Methode genannt und häufiger Abschiedsbriefe erwähnt. Die Berichterstattung hatte im Durchschnitt häufiger auf der Titelseite stattgefunden oder war durch ein Foto illustriert; die Beschreibung war expliziter und die Überschriften waren sensationalistischer gewesen.

Die Studie kann keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Berichterstattung und den Folge-Suiziden herstellen, sondern nur eine Korrelation. Die Ursachen für Suizide und ihre Häufung sind komplex, und die mediale Berichterstattung macht sicher nur einen Faktor unter mehreren aus. Die Studie stützt aber die Annahme, dass eine bestimmte Form der Berichterstattung über Suizide die Wahrscheinlichkeit weiterer Suizide erhöht.

48 Cluster von Suiziden von 13- bis 20-Jährigen zwischen 1988 und 1996 bilden die Grundlage der Untersuchung: Keine gemeinsamen, abgesprochenen Suizide, sondern Häufungen an einem Ort mit drei bis elf Suiziden innerhalb eines Zeitraums von bis zu einem halben Jahr. Jedes dieser Cluster verglichen die Forscher mit zwei Suizid-Fällen in ähnlichen Städten, in denen es nicht zu weiteren Suiziden gekommen war.

Sie betrachteten dabei auch Ort und Art des jeweils ersten Suizids, um auszuschließen, dass es besonders auffällige, dramatische oder öffentliche Fälle waren, die für eine größere Berichterstattung sorgten und dadurch zu mehr Nachahmern führten. Todes-Ort und -Art unterschieden sich aber bei den Fällen mit einer anschließenden Häufung nicht signifikant von den Fällen ohne eine anschließende Häufung. Was sich unterschied, war die Berichterstattung.

Einen Zusammenhang mit der Entstehung von Suizid-Häufungen gab es nicht bei allgemeinen Zeitungs-Artikeln über das Thema, sondern nur bei Berichten über konkrete Selbsttötungen von Individuen. Die stärksten Effekte gab es bei Berichten über Suizide von Teenagern — wenn die Leser also mit dem Betroffenen identifizieren können — und von Prominenten — wenn die Leser den Betroffenen verehrten.

Die untersuchten Fälle lagen zwar alle vor dem Aufkommen von Social Media. Sie sind aber nach Ansicht der Autoren immer noch relevant. In einer Untersuchung von 2011, bei der 14- bis 24-Jährigen gefragt wurden, woher sie von einem Suizid erfuhren, hätten zwei Drittel Zeitungsberichte als Quelle genannt, noch vor Freunden und Verwandten (55 Prozent) und Online-Medien (44 Prozent).

Die Ergebnisse sind konsistent mit vielen anderen Studien über den „Werther-Effekt“. Sie bestätigen, welche Bedeutung Empfehlungen wie die der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention haben, nach denen in der Berichterstattung u.a. vermieden werden sollte:

  • einen Suizid auf der Titelseite oder als „TOP-News“ erscheinen zu lassen
  • ein Foto der betreffenden Person (besonders auf der Titelseite) zu präsentieren und Abschiedsbriefe zu veröffentlichen.
  • den Suizid als nachvollziehbare, konsequente oder unausweichliche Reaktion oder gar positiv oder billigend darzustellen bzw. den Eindruck zu erwecken, etwas oder jemand habe „in den Suizid getrieben“. („Für ihn gab es keinen Ausweg“).
  • die Suizidmethode und den Ort detailliert zu beschreiben oder abzubilden

Mir fehlt jetzt noch eine Studie, ob die vielen Journalisten, die diese Empfehlungen ignorieren, nicht an die beschriebenen Folgen ihrer Berichterstattung glauben — oder sie sie bewusst in Kauf nehmen.

 
Die Studie:

 
Aus dem Archiv:

Die schönsten Milchglasscheiben Deutschlands: Was hr und WDR mit Transparenz meinen

Heute zeigen uns der Westdeutsche und der Hessische Rundfunk, wie man Transparenz und Aufklärung vorgaukeln und die Zuschauer trotzdem weiter verschaukeln kann.

Beginnen wir mit der Erklärung des WDR vom Dienstag über seine Hitlisten-Sendungen. Darin heißt es:

Damit [mit der Überarbeitung der Konzepte] reagiert der WDR auf eine gründliche Prüfung seiner bisherigen Ranking-Sendereihen im Fernsehen, die nach der Diskussion um eine Ranking-Show des ZDF veranlasst worden war. Im Gegensatz dazu basieren die Ranking-Sendungen im WDR Fernsehen allerdings nicht auf repräsentativen Umfragen, sondern auf Online-Votings.

So, Hefte raus, Klassenarbeit. Hat der WDR Ranking-Shows produziert, die, wie beim ZDF, auf repräsentativen Umfragen basierten?

Die richtige Antwort lautet: Ja.

Aber das würde man angesichts der Formulierung der WDR-Presseerklärung nicht erahnen. Der zweite Satz spricht, anders als der erste, nicht mehr von allen WDR-Ranking-Reihen, sondern nur von denen, die im WDR-Fernsehen liefen.

Dass er 2012 insgesamt sechs Ranking-Shows (jeweils zwei Teile von „Die schönsten Bauernhöfe / Schlösser / Städte“) im Ersten ausgestrahlt hat, die auf einer repräsentativen Meinungsumfrage beruhten, kann der WDR so geschickt verschweigen.

Auf meine Nachfrage gibt der Sender an, die Umfragen habe das Institut Innofact in Düsseldorf im Februar bzw. März 2012 unter jeweils gut 1000 Menschen durchgeführt. Die Ergebnisse will er mich aber nicht einsehen lassen,

„da es sich um redaktionsinternes Material handelt.“

Redaktionsinternes Material? Das ist ein lustiger Grund. Warum sollte der WDR nicht die Unterlagen des Umfrageinstituts herausgeben? Warum will er nicht einfach die konkrete Fragestellung und die Antworten der Befragten nennen?

Ich kann es mir nämlich tatsächlich nicht vorstellen, wie diese bundesweite, repräsentative Umfrage abgelaufen sein soll, bei der zufällig ausgewählte Menschen sich entscheiden sollten, ob sie den Wintringer Hof in Kleinblittersdorf im Saarland schöner finden oder den Meierhof Rassfeld in Gütersloh oder das Gut Hesterberg in Neuruppin-Lichtenberg, das angeblich auf Platz 1 landete.

Aber diesen Fragen wollte sich der WDR auch nicht stellen, deshalb hatte er ja so getan, als beruhten seine Ranking-Shows, anders als die des ZDF, gar nicht auf repräsentativen Umfragen und als sei jede mögliche Veränderungen an den Ergebnissen schon deshalb nicht so schlimm.

Auf meine Frage, warum der Sender in seiner Presseerklärung diese Shows verschwieg, antwortete der Pressesprecher:

Die Überprüfung dieser Sendereihe für das Erste hat keine Auffälligkeiten ergeben. Der WDR sah keine Veranlassung, auf diesen Umstand explizit hinzuweisen.

Oder überhaupt auf ihre Existenz.

Und dann war da ja noch der hr, der — gemeinsam mit dem WDR — eine Reihe trauriger Hitparaden-Sendungen fürs Erste produzierte, darunter die Show „Die beliebtesten Komiker-Duos der Deutschen“. Dass die Redaktion damals das Ergebnis der Online-Abstimmung von Hand veränderte, hatte der Sender 2012 nach langem Zögern zugegeben. In der vermeintlich großen Aufklärungsrunde jetzt ließ er sie einfach unter den Tisch fallen. Unter dem Blendwort „Transparenz“ in der Überschrift der hr-Pressemitteilung ist dann auch nur noch die Rede von Eingriffen in die Ergebnisse von Online-Votings „im hr-fernsehen“, nicht im Ersten.

Ich habe den Sender deshalb gefragt:

  • Die Presseerklärung und die Aussagen von Herrn Reitze scheinen sich ausschließlich auf Sendungen im hr-Fernsehen und im Radio zu beziehen. Hat der hr auch seine Ranking-Shows im Ersten untersucht?
  • Wie bewertet der hr die auffälligen nachträglichen Veränderungen bei der Sendung „Die beliebtesten Komiker-Duos der Deutschen“, die 2012 von fernsehkritik.tv dokumentiert wurden?
  • Der hr hatte damals angegeben, die Ergebnisse des Online-Votings nachträglich „rechnerisch gewichtet“ zu haben und angegeben, dies sei „ein übliches Verfahren“. Bedeutet das, dass der hr auch bei seinen anderen Ranking-Shows im Ersten entsprechend eingegriffen hat?
  • Wie hat der hr in seinen Ranking-Shows im Ersten das Votum der Prominenten-Jury ermittelt?
  • Wie wurde das Jury-Votum mit dem Ergebnis der Online-Voten kombiniert?

Anstelle von Antworten schrieb mir der Unternehmenssprecher:

Der hr hat alle Ranking-Sendungen, die in den Jahren 2011 bis 2014 erstausgestrahlt wurden und die er zu verantworten hat, überprüft und keine Auffälligkeiten festgestellt. Die von Ihnen thematisierte Ranking-Serie für das Erste war eine Gemeinschaftsproduktion von WDR und HR mit wechselnder Federführung. Zu der von Ihnen angesprochenen Folge „Die beliebtesten Komiker-Duos der Deutschen“ haben wir, die für diese Folge federführend waren, bereits ausführlich im Jahr 2012 Stellung genommen. Bei jenen Sendungen, für die der hr weiterhin die Federführung inne hatte, ist in der Moderation explizit darauf hingewiesen worden, wie die Rangliste entstanden ist: nämlich auf Basis des Online-Votings und der Abstimmung einer prominenten Jury. Damit war transparent, dass es sich bei der Rangliste nicht ausschließlich um die Zuschauermeinung handelte.

Sie meinen das nicht so, mit der Transparenz. Wirklich nicht.

Sie müssen glauben, dass ihr Vorrat an Glaubwürdigkeit unendlich ist.

Ranking-Shows: Die traurigsten Klickzahlen des Nordens

Dann schauen wir uns doch mal an, wie die Zuschauerinnen und Zuschauer des NDR tatsächlich abgestimmt haben, bei diesen Ranking-Sendungen, die (mehr oder weniger) darauf beruhen, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer des NDR angeblich abgestimmt haben.

Zum Beispiel über die „spektakulärsten Rücktritte“. Howard Carpendale eroberte dabei im Online-Voting den ersten Platz. Mit sagenhaften 64 Klicks.

Die spektakulärsten Rücktritte
Platz Kandidat Klicks
1 Howard Carpendale 64
2 Margot Käßmann 48
3 Karl-Theodor zu Guttenberg 47
4 Horst Köhler 46
5 Uwe Barschel 43
6 Willy Brandt 28
7 Oskar Lafontaine 19
8 Michel Friedman 17
9 Rudi Völler 15
10 Franz-Josef Strauß 13
11 Erich Honecker 12
12 Christian von Boetticher 11
13 Guido Westerwelle 11
14 Andrea Ypsilanti 10
15 Corny Littmann 9
16 Ole von Beust 9
17 Jan Ullrich 8
18 Modern Talking 8
19 Franz Müntefering 7
20 Walter Mixa 7
21 Silvana Koch-Mehrin 5
22 Dagmar Berghoff 5
23 Hans Karl Filbinger 5
24 Gregor Gysi 4
25 Michael Schumacher 3
26 Rosi Mittermaier 2

Dagegen war es geradezu eine Massenbewegung, die die Hüttener Berge auf den ersten Platz ihrer Abstimmung katapultierte:

Die schönsten Wälder des Nordens
Platz Kandidat Klicks
1 Hüttener Berge 152
2 Harz 79
3 Darßwald 69
4 Griever Holz 62
5 Langenberger Forst 51
6 Jasmunder Buchenwald 50
7 Darguner Wald 46
8 Mellenthiner Heide 25
9 Ruheforst Brodau 24
10 Sachsenwald 21
11 Teutoburger Wald 21
12 Schwarze -/Harburger Berge 20
13 Reinhardswald 20
14 Katinger Watt 19
15 Klövensteen 16
16 Wohldorfer Wald 16
17 Hasbruch 15
18 Solling-Vogler 13
19 Eilenriede Hannover 12
20 Tide-Auwald Heuckenlock 7

Oder das Wattenmeer:

Die schönsten Naturparadiese des Nordens
Platz Kandidat Klicks
1 Wattenmeer 110
2 Usedom 40
3 Feldberger Seenlandschaft 39
4 Harz 34
5 Rügen 34
6 Hiddensee 32
7 Naturpark Weserbergland 30
8 Geltinger Birk 28
9 Lüneburger Heide 26
10 Helgoland 22
11 Elbtalauen 22
12 Peenetal 20
13 Naturpark Stettiner Haff 19
14 Schaalsee 19
15 Northeimer Seenplatte 18
16 Friesische Moore 16
17 Ivenacker Eichen 15
18 Neuwerk 11
19 Naturpark Solling-Vogler 9
20 Drömling 6
21 Heuckenlock 5
22 Naturpark Münden 4
23 Neßsand 3
24 Stapelholm 3
25 Fischbeker Heide 2

Es brauchte nur eine mittelengagierte Zahl von Fans, um vom NDR zum „beliebtesten Komiker des Nordens“ gekürt zu werden:

Die beliebtesten Komiker des Nordens
Platz Kandidat Klicks
1 Kay Ray 1071
2 Panzer 599
3 Grammel 254
4 Ceylan 219
5 Emmi & Herr Willnowsky 211
6 Loriot 189
7 Schmitz 176
8 Erhardt 140
9 Waalkes 109
10 Boes 108
11 Krömer 98
12 Tufts 95
13 Dittrich 81
14 von der Lippe 77
15 Knop 73
16 von Hirschhausen 63
17 Hallervorden 52
18 Schubert 48
19 Oschmann 48
20 Jaschke 45
21 Schneider 43
22 Stelter 33
23 Feddersen 26
24 Wischmeyer 26
25 Schmidt 23
26 Krüger 23
27 Herr Holm 22
28 Dennis & Jesko 11
29 Asmussen 10
30 Dall 9
31 Thielke 3

Die Freunde von Dschingis Khan waren fast ein wenig überengagiert:

Die beliebtesten Kult-Schlager
Platz Kandidat Klicks
1 Dschingis Khan 4929
2 Verdammt, ich lieb‘ dich 699
3 Nur die Liebe lässt uns leben 261
4 Einmal um die Welt 238
5 Er gehört zu mir 192
6 Schuld war nur der Bossanova 191
7 Marmor, Stein und Eisen bricht 166
8 Ein Bett im Kornfeld 154
9 Ein Stern 148
10 Du hast mich tausendmal belogen 147
11 Über den Wolken 137
12 Zigeunerjunge 133
13 Und es war Sommer 131
14 Mendocino 124
15 Ein Lied kann eine Brücke sein 120
16 Hello again 116
17 Ein bisschen Frieden 115
18 Santa Maria 115
19 Himbeereis zum Frühstück 111
20 Es fährt ein Zug nach nirgendwo 106
21 Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben 100
22 Im Wagen vor mir 99
23 Ti amo 94
24 Komm doch mal rüber 87
25 Weiße Rosen aus Athen 86
26 Wer Liebe lebt 84
27 Wahnsinn 83
28 Barfuß im Regen 79
29 Er hat ein knallrotes Gummiboot 78
30 Ein Festival der Liebe 77
31 Ich liebe das Leben 76
32 Wann wird’s mal wieder richtig Sommer? 74
33 Carnaby Street 71
34 Der Junge mit der Mundharmonika 70
35 Biene Maja 69
36 Schön ist es auf der Welt zu sein 68
37 Oh, wann kommst du? 65
38 Blue Bayou 62
39 Ganz in Weiß 61
40 Marleen 60
41 Fiesta Mexicana 58
42 So schön kann doch kein Mann sein 57
43 Auf der Straße nach Süden 56
44 Ich wär‘ so gern wie du 55
45 Tanze Samba mit mir 54
46 Schöne Maid 53
47 Du kannst nicht immer 17 sein 51
48 Siebzehn Jahr blondes Haar 50
49 Anita 44
50 Wunder gibt es immer wieder 43
51 Jenseits von Eden 42
52 Guildo hat euch lieb 41
53 Tränen lügen nicht 40
54 Amigo Charly Brown 39
55 Sieben Fässer Wein 39
56 Theater 37
57 Theo wir fahr’n nach Lodz 36
58 Und dabei liebe ich euch beide 33
59 Michaela 28
60 Goodbye Mama 25
61 Blau blüht der Enzian 23
62 Ein bisschen Spaß muss sein 22
63 Paloma Blanca 21
64 Lass die Sonne in dein Herz 20
65 Immer wieder sonntags 19
66 Viva la noche 18
67 Ich bin verliebt in die Liebe 15
68 Der Puppenspieler von Mexiko 14
69 Sommernacht in Rom 9

Und die der MZ ETZ 250 erst!

Die beliebtesten Motorräder Norddeutschlands
Platz Kandidat Klicks
1 MZ ETZ 250 32384
2 MZ ES 250/2 Trophy 1687
3 AWO 425 1077
4 Münch Mammut 1030
5 Puch 250 SGS 771
6 Puch 175 SVS 617
7 Kawasaki Mach 3 602
8 Yamaha XT 500 594
9 Horex Regina 350 571
10 BSA A 65 536
11 Cagiva Elefant 900 466
12 Moto Guzzi V7 GT 850 California 429
13 Moto Guzzi V 850 Le Mans 353
14 Benelli 750 Sei 337
15 Honda Gold Wing GL 1500 326
16 Honda Bol’dor 324
17 Yamaha XS 650 319
18 Laverda 750 SFC 294
19 Ducati 916 293
20 Ducati 750 SS 270
21 EMW R 35 / 2 256
22 BSA 750 Rocket 3 247
23 Zündapp KS 601 239
24 Bosshoss 237
25 Royal Enfield Bullet 500 225
26 BMW R 50 214
27 DKW RT 350S 212
28 Triumph Bonneville T 120 191
29 Honda CB 750 Four 183
30 Harley Davidson Fat Boy 178
31 Red Porsche Killer 176
32 Ducati Monster 173
33 Yamaha XJR 1300 170
34 Benelli 500 Quattro 168
35 Jawa 350 167
36 BMW R 69 S 162
37 MV Agusta 750 S 160
38 BMW 80 GS 157
39 Vincent 1000 Black Shadow 154
40 Harley Davidson Panhead 151
41 Norton Commando 750 150
42 Indian Chief 145
43 Motobi 250 Sport Special 133
44 Aprilia Tuono 1000 R 124
45 Gilera Saturno 122
46 Hercules K 125 119
47 Ural M 72 118
48 Kawasaki Z1 116
49 Suzuki Hayabusa 101
50 Moto Morini 3 1/2 94
51 Düse 1 91
52 Buell Lightning S1 86
53 Kawasaki Ninja ZX – 9 R 73
54 Hercules 322 71
55 Suzuki GT 750 66
56 Maico M 250 B 59
57 KTM 400 EXC – Racing 58
58 KTM 950 Adventure 57
59 Suzuki Intruder 1400 55
60 Da Changjiang 24

Und so weiter:

Die beliebtesten Tiere Norddeutschlands
Platz Kandidat Klicks
1 Seehund 153
2 Eisvogel 143
3 Eichhörnchen 137
4 Fischotter 128
5 Seeadler 100
6 Austernfischer 98
7 Igel 95
8 Fischadler 93
9 Storch 91
10 Möwen 88
11 Luchs 85
12 Kegelrobbe 83
13 Wildkatze 81
14 Wildschwein 79
15 Kranich 77
16 Schweinswal 75
17 Basstölpel 73
18 Biber 71
19 Uhu 70
20 Schleiereule 68
21 Hase 65
22 Graureiher 63
23 Wattwurm 60
24 Baummarder 57
25 Maus 55
26 Elefantenbaby Rani 53
27 Hirsch 50
28 Schwarzspecht 48
29 Fuchs 45
30 Waschbär 43
31 Steinkauz 40
32 Küstenseeschwalbe 38
33 Turmfalke 35
34 Kaninchen 32
35 Nordseegarnele 29
36 Kormoran 26
37 Rohrweihe 24
38 Trottellumme 24
39 Schwan 21
40 Siebenschläfer 19
41 Dachs 15
42 Wiesenweihe 9
43 Löffler 8
44 Ameise 8
45 Qualle 8
46 Lachs 8
47 Star 4
48 Wasserfrosch 2
49 Wasserspitzmaus 2
50 Waldkauz 2
51 Hirschkäfer 2
52 Schellente 1
53 Hermelin 1
54 Haubentaucher 1

Die besten Witze des Nordens
Platz Kandidat Klicks
1 Bauern-Witze 114
2 Ostfriesen-Witze 106
3 Klein Erna-Witze 64
4 Blondinen-Witze 56
5 Politiker-Witze 44
6 Bundeswehr-Witze 42
7 Witze aus der Damenabteilung 39
8 Seemanns-Witze 37
9 Paar-Witze 33
10 Pfarrer-Witze 32
11 Tier-Witze 26
12 Auto und Verkehr 21

Die besten Sportler des Nordens
Platz Kandidat Klicks
1 Seeler 214
2 Schmeling 96
3 Nerius 88
4 Hrubesch 80
5 Stich 70
6 Magath 66
7 Kumbernuss 60
8 Hens 58
9 Schockemöhle 46
10 Dietzsch 45
11 Kolbe 40
12 Frömming 39
13 Dittmer 37
14 Bruhn 36
15 Romeike 35
16 Völker 34
17 Holdorf 32
18 Brehme 31
19 Stanislawski 30
20 Kaltz 29
21 Doll 28
22 Thiedemann 26
23 Haas 25
24 Koch 24
25 Dahlinger 20
26 Kuhweide 17
27 Von Cramm 15
28 Schenk 13
29 Kiefer 12
30 Effenberg 11
31 Schult 10
32 Schultz 8
33 Blunck 7
34 Michalczewski 6
35 Gäbler 5
36 Danneberg 4
37 Blin 3
38 Schümann 0

Die schönsten Operetten
Platz Kandidat Klicks
1 Der Vogelhändler 74
2 Die Fledermaus 60
3 Der Zigeunerbaron 47
4 Das Land des Lächelns 43
5 Die lustige Witwe 40
6 Im weißen Rößl 38
7 Orpheus in der Unterwelt 33
8 Der Zarewitsch 32
9 Die Csárdásfürstin 30
10 Wiener Blut 29
11 Der Bettelstudent 27
12 Der Vetter aus Dingsda 26
13 Gräfin Mariza 25
14 Eine Nacht in Venedig 24
15 Die Blume von Hawaii 23
16 Paganini 22
17 Der Opernball 21
18 Schwarzwaldmädel 20
19 Der Graf von Luxemburg 19
20 Frau Luna 17
21 Maske in Blau 16
22 Wie einst im Mai 9
23 Boccaccio 8
24 Der fidele Bauer 5
25 Ein Walzertraum 5
26 Gasparone 5
27 Meine Schwester und ich 5
28 Der verlorene Walzer (Zwei Herzen im Dreivierteltakt) 4
29 Die Zirkusprinzessin 4
30 Gräfin Dubarry 4
31 Ball im Savoy 3
32 Giuditta 3
33 Der Favorit 2
34 Die Dollarprinzessin 2
35 Friederike 2
36 Madame Pompadour 2
37 Saison in Salzburg (Salzburger Nokerln) 2
38 Bezauberndes Fräulein 1
39 Der liebe Augustin 1
40 Die Keusche Susanne 1
41 Marietta 0
42 Viktoria und ihr Husar 0