Politisch korrekter Schwanzvergleich

Gestern schrieb mir Nico Wilfer, der myblog.de-Verantwortliche, er werde im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen „Politically Incorrect“ noch die Generierung der Liste der „meistgelesenen Weblogs gestern“ auf myblog.de überarbeiten lassen. Erst heute weiß ich, was er damit meinte: „Politically Incorrect“ ist nicht mehr in dieser Liste vertreten. Gestern war das Blog noch auf Platz 1, heute ist es nicht mal mehr unter den Top 100.

Ich gehe davon aus, dass das nicht den Tatsachen entspricht. Dass „PI“ nicht plötzlich all seine Leser verloren hat, im Gegenteil. Nun ist es natürlich ein Effekt solcher Charts, diejenigen, die ganz oben stehen, noch weiter zu pushen – und insofern könnte man sagen, ist es ein guter Effekt, dass „PI“ auf diese Weise keinen weiteren Zulauf bekommt.

Trotzdem finde ich das heuchlerisch, falsch und undemokratisch: Entweder „PI“ hält sich an die AGBs von myblog.de (und das Gesetz), dann hat „PI“ jedes Recht, in der Liste der meistbesuchten Blogs an genau der Stelle aufzutauchen, die seinen Besucherzahlen entspricht. Oder „PI“ hält sich nicht an die AGBs von myblog.de (und das Gesetz), dann hat es nicht nur in der Liste nichts zu suchen, sondern überhaupt bei myblog.de nicht.

myblog.de verheimlicht die Tatsache, welches Blog ihm den meisten Traffic verschafft, um nicht als Blog-Netzwerk der Rechtsextremen, Idioten und Undemokraten darzustehen, aber weiter von den Rechtsextremen, Idioten und Undemokraten profitieren zu können. Verlogener geht’s nicht mehr.

[Dieser Beitrag stammt von hier. Dort stehen auch noch Kommentare.]

Doogle

Eigentlich wollte ich nur nachsehen, ob diese Neandertaler aus dem Sportschau-Trailer die „Gogs“ sind, Knetfiguren aus dem britischen Fernsehen.

Ich habe also bei Google nach gogs football gesucht. Ergebnis: 250.000 Seiten zu den Suchbegriffen dogs und football. Hm.

Ich bin auf die web-weite Suche gegangen. Ergebnis: 25.000.000 Seiten zu den Suchenbegriffen dogs und football. Ts.

Als nächstes habe ich nach gogs sportschau gesucht. Interessante Variante: Google fragt mich: „Meinten Sie: dogs sportschau?“, gibt mir aber keine Möglichkeit, Nein zu antworten. Denn die Ergebnisse, die da angezeigt werden, sind schon die zu den Suchbegriffen dogs und football. Hilfe.

Interessanterweise hat Google bei der Suche nach dem einzelnen Begriff gogs nicht diese G-D-Schwäche. Und irgendwann habe ich gemerkt, dass es auch hilft, gogs in Anführungszeichen zu setzen, also nach „gogs“ football zu suchen.

Und um einen schrecklichen Verdacht zu bestätigen, habe ich nach doogle suchmaschine gegoogelt. Bingo.

Nennt mich altmodisch, aber ich mag es nicht, wenn Maschinen Entscheidungen für mich treffen, ohne mich vorher zu fragen.

Business News

Nur dass es da nicht zu Verwechslungen kommt. Die „erste deutsche Officezeitung“, die seit heute „vor allem in Unternehmen aus expansiven, modernen und dynamischen Branchen“ ausliegt, wo sich die „im Berufsleben stehende jüngere Zielgruppe, die wirtschaftlich interessiert und leistungsfähig ist“ umsonst bedienen kann, ist das mit den Möhren, links.

Lustigerweise hatte ich schon um 0.37 Uhr heute nacht, also exakt sechs Minuten nach dem angeblichen Redaktionsschluss der ersten Ausgabe, eine Pressemitteilung mit der Überschrift „Business News erfolgreich gestartet“ in meinem Postfach — was in seiner Offenheit fast schon wieder sympathisch ist: Was sollen die auch abwarten, ob nicht technische Pannen, Staus, Unwetter oder marodierende arbeitslose Mitarbeiter früherer Projekte von Chefredakteur Klaus Madzia den „erfolgreichen“ Start noch verhindern, solche Erfolgsmitteilungen sind wirklich realitäts-unabhängig.

Jedenfalls schön, dass der Redaktionsschluss so spät liegt, dass man sogar den überraschenden Kauf von MySpace.com durch Rupert Murdoch noch analysieren konnte:

Und lesen Sie in der morgigen „Business News“: „Das plötzliche Aus des Medienmoguls Leo Kirch“; „Wie Susan Stahnke Springers Fernsehpläne retten sollte“, sowie den großen Servicetest: „VHS oder Video 2000?“

Ein Wort sagt mehr als 1000 Bilder

Wenn vielleicht jemand bei ARD-aktuell dem Mitarbeiter, der den „Tagesthemen“-Beitrag über die CDU-Richtungsdebatte gemacht hat, seine Tabletten wiedergeben könnte?

Screenshot: Tagesthemen„Hier endet die Zone 30. Direkt vor der Geschäftsstelle der CDU Berlin-Neukölln. Und wenn man böse wäre, würde man sagen: Stimmt. Ganz Berlin ist für die CDU keine Zone 30 mehr. In den Umfragen liegt sie irgendwo Mitte 20.

Die CDU — eine Partei auf der Couch. Auf der Suche nach sich selbst und dem eigenen Ich. Erster Therapeut: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Rüttgers.

Der oberste Profilwächter der CDU, der Generalsekretär: Erstmal ruft er jetzt alle zur Ordnung, es sind ja Wahlkampfzeiten, und da ist man ebenso wie ein Rennauto besser mit weniger Profil und dafür umso schneller unterwegs.“

Politically Incorrect

Wir sehen, insbesondere im Hinblick auf die deutsche Geschichte und die daraus erwachsene Verantwortung, die Notwendigkeit und moralische Pflicht, gegen jede Form von Rassismus, Diskriminierung, Totalitarismus und Gewalt – sei es von rechts oder von links – eine klare Position der Missbilligung zu beziehen. Stefan Herre, „Politically Incorrect“

Die folgende Auflistung ist eine willkürliche, aber nicht untypische Auswahl von Kommentaren auf „Politically Incorrect“ aus dem vergangenen Jahr. Fast alle stammen von regelmäßigen Kommentatoren, die auch immer wieder als Anreger und Zulieferer von Blog-Beiträgen auftauchen:

„AntiMusel“: man kann nunmal in kundenorientierten arbeitsmarkt keine musel oder ähnliches gelumpe einstellen, weil sonst die kunden weglaufen zur konkurrenz die nicht so blöd ist. boykott musel- und ausländerfreundlicher unternehmen ist die pflicht jedes deutschen!

„cartman“: Die einzige sinnvolle Reform des Islam ist dessen kompromisslose Vernichtung.

„AntiMusel“: was für werte willst du muselpack vermitteln. das macht der iman mit koran. da hilft nur die peitsche.

„disillusioned_german“: Na, Du Bonner Schwuchtel … auch mal wieder aus der Gosse gekrochen? Was macht Mama??? Ich denke wir sollten uns treffen, um zu sehen wer mehr drauf hat. Mir ist momentan gerade nach physischer Ertüchtigung. Schlag ‚nen Treffpunkt vor, Lutscher.

„CA“: Wenn mich das nächste mal ein Musel anmacht, drohe ich nicht nur mit der Axt. Dann schlage ich zu! Also ihr Muselmeuchelmörder seid gewarnt!

„Verteidiger Wiens“: In Hagen wurde die Innenstadt modernisiert wovon die „normalen“ Einwohner aber nichts haben denn wer möchte sich schon gerne in ein Cafe setzten wenn er dafür an etlichen Gruppen mit „Migrationsgrund“ vorbeigehen muß die sich einer Horde Paviane gleich aufführen. (…)
ümmer aus der Schule kommen als wir sie hinein geschickt haben weil Ali und Mehmet kein Deutsch sprechen wollen.

„Verteidiger Wiens“: bis es jedoch so weit ist werde ich weiterhin versuchen unseren Moslemischen „Freunden“ Feuer unterm Hintern zu machen

„Alex“: [junge Muslime] Mögen keine Schweine, benehmen sich aber wesentlicher schlimmer als solche. Erkläre es uns doch bitte. Hat es etwas mit Verachtung zu tun, oder ist das genetisch bedingt durch die Kamelfi****ei?

„wagrof“: Du solltest eher beunruhigt sein, wenn ein Musel Dir mit dem Dönermesser über DEINE Kehle fährt. Aber dann ist es eh zu spät um noch beunruhigt zu sein.

„CA“: Aber sei Dir sicher Bursche wenn ich weiss wer Du bist dann bezahlst Du dafür Du mieser Untermensch ja Untermensch.

„Alessandro Marzico“: Du kannst dir nicht vorstellen, welche Freunden ich habe. Die machen es mir möglich, deine Adresse zu erfahren, nachdem du hier gepostet hast.

„AntiMusel“: amaphil bitte mach ne anzeige damit ich deinen namen und adresse erfahre. dann unterhalten wir uns mal gepflegt auf muselmanisch.

„AntiMusel“: haut dem typ aufs maul

„AntiMusel“: hättest das gesocks gleich an ort und stelle niederstrecken sollen.

„AntiMusel“: streichung von hartz iv und kindergeld. zwangsarbeit. über alles andere lachen die.

„AntiMusel“: ratet mal wie die arbeitslosenstatistik sich zusammensetzt und dann belasten sie noch die justiz und gefängnisse. deutschland wäre ohne das gesindel schuldenfrei!

„AntiMusel“: war klar, dass wieder ein linksnazi ankommt mit der nazikeule. habe übrigens noch keinen muselmüllfahrer gesehen … harte arbeit ist nichts für das gelumpe. spargelstechen für arbeitslose musel, das wäre mal eine wohltat, aber die zerstören dann die felder. kenne das von der kirschernte, die ruppen die äste uind zweige mit ab.

„AntiMusel“: selbst die polizei kann sich gegen das gesindel nur noch mit pfefferspray und schlagstock durchsetzen. man sollte die idf um unterstützungsluftschläge gegen kreuzberg bitten

„AntiMusel“: surenas halt deine verfickte muselfressee du hurensohn dich sollte man so derbe zusammendreschen dass dir deine spinnereien vergehen!

„AntiMusel“: surenarsch gibs doch endlich auf hier deine scheisse zu fabrizieren du schwule drecksau

„AntiMusel“: amaphil dir hat wohl ne lebanese-rape-gang das hirn rausgefickt. für den nazi würdest du ordentlich die fresse poliert kriegen freundchen. sei froh dass es internet gibt und du hier das maul aufreissen darfst. wir sind ja demokratisch.

Den Angriff auf den Grünen-Politiker Volker Beck bei einer Demonstration in Moskau kommentierten Besucher von „PI“ so:

„Coll“: Endlich hat er auf die Fresse bekommen, dieser pädophile Grünen Politiker [Smiley]

„AntiMusel“: der typ ist aber toraufhalter für die musel, also soll er von seiner eigenen medizin kosten. vielleicht hilft das ja …

„anonymus“: muhahha ist das geil. Ich mache aus meiner Schadenfreude keinen Hehl.

„D.R.“: Ich finde es in Ordnung was Herrn Beck passiert ist und wünsche ihm noch mehr solcher Erlebnisse. (…)
über Heterosexuellen reduziert! Wer so etwas jungen Menschen versucht schmackhaft zu machen, der ist kriminell, mehr kriminell als derjenige der dem anderen mal eines auf die Nase haut, auch wenn das nicht schön ist.

„AntiMusel“:einerseits schwuchtelsein propagieren und andererseits mit geburtenrückgang begründete museleinwanderung fördern.

„Webwraith“: Hat gepasst wie die Faust auf‘s Auge. Leider nur einmal.

„spital8katz“: DANKE, Russland !!!
ätte aber ruhig etwas mehr sein dürfen.

Ich mal das hier mal grün

Ich hätte dann noch ein Wörtchen zu reden mit dem Menschen, der für die „ADAC LänderKarte Berlin und Brandenburg“ die Entscheidungen verantwortete, an welche Straßen die grünen Striche kommen, die sie zur „landschaftlich schönen Strecke“ aufwerten. Das ist, wenn man so einen Wochenendausflug macht, ja keine ganz unwichtige Information: Man guckt sich in einem Reiseführer zwei, drei schöne Ziele aus und versucht sie so miteinander zu verbinden, dass man möglichst viele grün markierte Straßen benutzt. So mache ich das jedenfalls.

Und ich habe mich immer schon dafür interessiert, wer das eigentlich entscheidet, ob eine Strecke „landschaftlich schön“ ist oder nicht. Gibt es da Straßentester, die kritisch die Strecken abfahren und sich Notizen machen? Gibt es strenge Kriterien: keine grüne Markierung bei mehr als drei Windrädern in Sichtweite? Gibt es regionale Unterschiede: Ist es im unaufregenden flachen Hamburger Umland leichter für eine Straße, grün markiert zu werden, als in der ohnehin sagenhaften Sächsischen Schweiz, in der eigentlich jede Straße grün markiert werden müsste, wenn man die Maßstäbe des Hamburger Umlandes anlegt? Und darf jeder Kartenverlag selbst entscheiden, welche Strecken er „landschaftlich schön“ nennt und welche nicht, oder gibt es eine staatliche Strecken-Markierungs-Kommission, die in einem langen bürokratischen Prozess über Grün oder Nicht-Grün entscheidet?

Jedenfalls haben wir am letzten Wochenende südöstlich von Berlin eine Weile gebraucht, bis wir gemerkt haben, dass der Mensch, der für die grünen Markierungen in unserer Karte verantwortlich war, offenbar wenig mit den schönen, hügeligen, abwechslungsreichen Landstraßen im Landkreis Oder-Spree anfangen konnte, aber jeden eintönigen Nadelbaumwald rechts und links der Straße Grund genug fand, sie grün zu markieren. Und seitdem frage ich mich, ob der Mann wirklich nichts geiler findet, als kilometerlang schnurgerade an Baum-Monokulturen vorbeizufahren. Oder ob sich da ein Abgrund an Korruption auftut und ein paar clevere Bürgermeister und Gastronomen in der Gegend einfach wissen, wie hilfreich es für das Geschäft (und den touristischen Durchgangsverkehr) sein kann, wenn man so einem Streckentester und Grünmarkierer einfach ein paar Jungfrauen aus dem Dorf opfert zur Verfügung stellt.

Markus Kavka

Herrschaften, vielleicht ist das mit der Ironie auf Dauer nichts. Vielleicht muß man sich am Ende doch entscheiden, eine Sache entweder mit ganzem Herzen oder mit großer Gleichgültigkeit zu betreiben, und alle Mischformen, die beim Fernsehen so beliebt sind, sich von dem, was man tut, gleichzeitig zu distanzieren, sind doch nur ein Selbst- und Publikums-Betrug.

In der Woche seines 25. Geburtstags zeigte MTV zum letzten Mal die Show von Sarah Kuttner. Und sie weinte. Sie hatte vorher so schön ironische Abschiedsvideos gedreht, aber am Ende waren da nur ehrliche Tränen der Trauer und der Wut auf all die, die sie mal „am Arsch lecken können“, und dann war es vorbei. Jetzt sind beim früheren Musiksender nur noch Profizyniker und Komplettdistanzierer wie Christian Ulmen und die üblichen Allesmoderierer.

Und Markus Kavka. Und eigentlich sollte das hier eine Eloge auf ihn werden. In den Jubiläumsfeierlichkeiten gibt der 39jährige gerade wieder den Opa, der vom Krieg erzählt: von den frühen Achtzigern, als ihm der „Haarfärbeunfall“ passierte beim Versuch, die Frisur von Dave Gahan zu imitieren, als er ohne Särge an den Ohren und Rouge und Kajal im Gesicht das Haus nicht verließ, als er sich eine Nagellacktrockenmaschine mit seiner Mutter teilte. „Das hat mir gern auch die ein oder andere Tracht Prügel beschert“, erzählt er. „Nicht von meinen Eltern, von der Jugend im Dorf.“

Seine Moderationen sind nicht diese modischen Demonstrationen der Selbstironie – er nimmt sich nur einfach selbst nicht so ernst. Und nicht die Stars mit ihren Macken. Und nicht die PR-Filme, den Nachrichtenersatz, die Dokureste, die er da ansagt. Eigentlich ist das bewundernswert, diese Haltung, dieser Professionalismus, das kleine Augenzwinkern statt der großen Ironie-Keule. Aber eigentlich möchte ich nicht mehr, daß er diesem Mist eine glaubwürdige Fassade gibt. In einem Interview hat Kavka neulich gesagt: „Gott sei Dank muß ich mein Leben nicht über die Arbeit definieren.” Ja. Und doch wär’s schön, wenn ein paar Fernsehmacher es notfalls könnten.

(c) Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Mirja Boes

Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass an einem Abend im September 2043 eine Gala im Fernsehen laufen wird, die die Entertainerin Mirja Boes zu ihrem 70. Geburtstag hochleben läßt und auf ihre schönsten Erfolge zurückblickt (mit einer bewegenden Live-Schaltung zur 102jährigen Heidelinde Weis auf dem „Traumschiff“) und in der Freunde und Kollegen an das Jahr erinnern, in dem diese erstaunliche Karriere begann: an den Sommer 2006, als RTL beschloss, Mirja Boes ganz groß rauszubringen.

Ausgeschlossen ist das nicht. Wahrscheinlicher ist, dass dieses Jahr in Erinnerung bleiben wird als das, in dem Mirja Boes nahtlos den Übergang schaffte von einer mittelbekannten, derben, aber nicht unlustigen Sketch-Komikerin zu einer dieser allgegenwärtigen Scheinprominenten, die, wo man auch hinzappt, immer schon da sind und „lustige“ Sachen sagen. Und das, ohne den früher üblichen Umweg genommen zu haben, zwischendurch ein echter Publikumsliebling gewesen zu sein.

Das kann man Mirja Boes nicht einmal vorwerfen. Und bestimmt hat es auch RTL gut gemeint. Boes spielt für den Sender in einer neuen Sitcom namens „Angie“ eine „chaotische Parfümerie-Angestellte mit Pech in der Liebe“, und offenbar fand jemand, dass die Frau viel zu lustig ist, um nur eine Sendung zu machen. Oder dass auch bei Talentförderung „viel hilft viel“ gilt. Oder auch nur, dass man dem Publikum, das Boes vor allem aus der Sat.1-Sketch-Show „Die dreisten Drei“ kennt, massiv zeigen muss, wo sie jetzt zuhause ist. Jedenfalls saß Mirja Boes am Freitag schon in drei RTL-Sendungen herum: Sie moderierte nüchtern eine Besoffenen-Gröl-Show namens „Karaoke-Showdown“ weg. Sie ist fester Gast bei der Bekifften-Rateshow „5 gegen 100“. Und sie kam im Countdown der „10 größten Showmaster“ zu Wort und sagte, glaube ich, dass Rudi Carrell Holländer war. Sie saß da also neben Menschen wie Ingo Appelt, die sich in diesen Sendungen ihr Gnadenbrot verdienen, und ist jetzt schon dort angekommen, wo Aleksandra Bechtel seit Jahren nicht mehr wegkommt.

Der Sender nennt Boes „Schauspielerin, Sängerin, Musikerin und Moderatorin“ und „vielseitig talentiert“. Komische Logik: Jetzt, wo RTL sie ganz groß raus bringt, wird sie weniger denn je davon zeigen können. Wenn sich jemand neben ihr im Karaoke verausgabt, darf sie „großartig“ sagen. Das ist es schon.

(c) Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung