Autor: Stefan Niggemeier

Moderator schweigt, Quote steigt.

Das ZDF hat seinen Boulevard der Tränen gefunden, und so darf Johannes B. Kerner ab 2002 viermal pro Woche ins Leere schauen. · · · Public Relations sind eine feine Sache, machen aber viel Arbeit. Gut, daß man sie sich jetzt sparen kann. Wenn ein Fernsehsternchen mit Massenanziehungskraft noch ein bißchen Werbung braucht für seine…

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„Es gibt nichts anderes als Scheitern, für niemanden“

Warum Roger Willemsen mit dem Fernsehen aufhört. Was ist passiert, Herr Willemsen? Eigentlich nichts. Ich habe schon seit zwei Jahren gesagt, daß ich langsam meiner Selbstauflösung entgegensende. Es gibt keine Notwendigkeit, nichts Zwingendes mehr in meiner Fernseharbeit. Fernsehen ist ja außerdem ein so kindliches Medium, daß man das erwachsene Arbeiten eher außerhalb von ihm versuchen…

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Mittendrin – und nur dabei

Einsatz für einen Satz: Wofür die Fernsehsender im Krieg Reporter brauchen. Es ist immer gut, in unübersichtlichen Situationen jemanden vor Ort zu haben, den man persönlich kennt und im Zweifel noch mal fragen kann. Astrid Frohloff, Nachrichtenmoderatorin bei Sat.1, hat Tatjana Ohm vor Ort in Islamabad: „Die Informationen über Opfer und Zerstörungen direkt aus Afghanistan…

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Leben nach dem Tod

Soap-Darsteller darf man zwar aus ihrer Serie herausschreiben, aber nicht gleich auf die Straße setzen — entschied ein Gericht. Ein ganz normales Leben. Charlotte Bohlstädt war 21, ein spontanes, mitfühlendes Mädchen. Sie litt an Grauem Star, den sie erst geheim halten wollte, dann aber operieren ließ, woraufhin sie erblindete. Ihr Bruder sammelte Geld, um sie…

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Der Grenzgänger

Jörg Draeger, Moderator von „Geh aufs Ganze“, macht in guten Momenten aus einer billigen Sendung kostbare Unterhaltung. Zwei Handbreit ist sein Gesicht von ihrem entfernt. Keine Sekunde lässt er sie aus dem Blick. Seine Augen bohren sich tief in sie hinein und lassen sie nicht mehr los. Sein ganzer Körper ist ihr zugewandt, nicht dem…

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Europa wählt amerikanischen Funk

Estland gewinnt völlig überraschend den Grand Prix, und nur die Dänen freuen sich nicht darüber. · · · Der deutsche Grand-Prix-Chef Jürgen Meier-Beer glaubt, langsam eine Erklärung gefunden zu haben für das Phänomen, das immer wieder verblüfft: Die meisten Menschen verfolgen bei dem Pop-Wettbewerb im Fernsehen nicht die Auftritte der einzelnen Länder; mehr sitzen vor…

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Aber hallø!

Kleines Land, großer Wahnsinn: Die Dänen wollen es mit ihrem European Song Contest am Samstag erheblich krachen lassen. Wie in einem Märchenwald wirft Sonnenlicht Staubstreifen in die dunkle Arena. Das Gestänge, an dem das Dach aufgehängt ist, lässt dem Licht ein paar Lücken. Dem Wind auch. Kalt ist es. Draußen feiern die Kopenhagener den Frühling:…

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Michelles Grand-Prix-Tagebuch

Lustig, lustig, tralalalalaaa. Grand Prix: Michelle wundert sich in Kopenhagen über ihr angeblich eigenes „Bild“-Tagebuch. · · · Kein Sänger sollte das Haus ohne seine fleischfarbenen Ohrstöpsel verlassen. Sonst muss er im Fall eines Auftritts vor größeren Menschenmengen in windigen Hallen, wo man nicht einfach Lautsprecher-Monitore für die Interpreten aufstellen kann, fremde Ohrstöpsel benutzen, die…

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Was bin ich?

Schwein gehabt. „Was bin ich?“ und das Geheimnis der Antizyklik: Wie eine kleine, leise Show auf Kabel 1 zum großen Erfolg wurde. · · · Angenommen, jemand wollte in seinem Leben nur eine einzige Fernsehsendung besuchen. Wollte einmal dabei sein, um sich zu überzeugen, dass es sie wirklich gibt, die Leute, die er täglich in…

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Waterloo

Beim deutschen Schlager Grand Prix stirbt die Figur Zlatko. Schwäbisch-mazedonisches Schimpfwort mit neun Buchstaben? Kotzköppe. Nicht gerade der verbreitetste Schmähruf. „Vielen herzlichen Dank, liebe Kotzköppe“ lautet der Satz, mit dem sich Zlatko am Freitag entnervt von den buhenden Zuschauern beim Grand Prix verabschiedete – und von der großen Bühne überhaupt. Denn es war nicht so,…

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