Autor: Stefan Niggemeier

Die Tagesschau-App und die Pfeife der Verlage

„Die Axel Springer AG oder Mathias Döpfner verbreiten keine ‚Untergangsstimmung‘, und schon gar nicht aus ’strategischen Gründen‘.“ Christoph Keese, Außenminister der Axel Springer AG. „Wir kämpfen um unsere Existenzgrundlage.“ Mathias Döpfner, 25. Juni 2011, „Süddeutsche Zeitung“ „Wenn sich bezahlte Applikationen auf mobilen Geräten nicht durchsetzen, wird dies Tausende Arbeitsplätze in der Verlagsbranche kosten.“ Mathias Döpfner,…

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Barbara Salesch

Die große Stärke von Richterin Barbara Salesch ist ihre Fähigkeit, nicht zu urteilen. Vor ihr spielen sich die erschütterndsten Szenen ab: Arme werden in die Luft geworfen, Hände gerungen, Stimmen gepresst und überschlagen, Gesichter verzogen, Augen aufgerissen und gerollt. Doch all diese Gewalttaten, begangen im Auftrag eines Fernsehsenders von Menschen, die große Gefühle und dramatische…

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„Die aktuelle“-Bingo (2)

Vermutlich gilt „die aktuelle“ verlagsintern (also im Gong-Verlag bzw. der WAZ-Gruppe) tatsächlich als qualitätsjournalistisches Hochglanzprodukt. Im Vergleich jedenfalls zum Schwesterblatt „die zwei“, das vor einigen Wochen berichtete, dass der Fernsehmoderator Günther Jauch einen „liebevollen Kontakt“ zu seiner Mutter pflege, die „in einem Altenheim unweit seiner Villa in Potsdam“ lebe. Jauchs Mutter ist, wie der „Spiegel“…

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Eine Vorzeigejournalistin

Kuno Haberbusch: Im Rückblick: Das ist kein Ruhmesblatt für unsere Branche generell, die Kachelmann-Berichterstattung, oder? Sabine Rückert, „Die Zeit“: Ich bin mit meiner sehr zufrieden. (Dialog auf der Jahrestagung des „Netzwerkes Recherche“ am vergangenen Freitag; irreführende Links von mir.)

DSK: „Spiegel“ beklagt Vorverurteilung

Ullrich Fichtner und Mathieu von Rohr schreiben im neuen „Spiegel“ über die neuen Entwicklungen im Fall Dominique Strauss-Kahn: Der Mann, der wochenlang zum Sexverbrecher gemacht wurde, ohne dass er schuldig gesprochen war, erschien am Freitag schon fast wieder rehabilitiert. (…) Die Frage ist nun, was für die Öffentlichkeit schwerer wiegt: die unappetitlichen Details aus dem…

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„Es sei denn, es kommt noch etwas hoch“

Was gestern mit Dominique Strauss-Kahn passiert ist, hätte eigentlich gar nicht passieren dürfen. Der „Stern“ hatte es in seiner erst einen Tag zuvor erschienenen Ausgabe quasi ausdrücklich ausgeschlossen, dass das passieren könnte: dass die Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens, die den ehemaligen IWF-Chef der Vergewaltigung beschuldigt, erschüttert würde. Nafissatou Diallo, das Zimmermädchen, sei eine Frau, „die kleine…

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Ein Abschiedsgericht für Barbara Salesch

Das war eine der erstaunlichsten Erfahrungen, als Michael Reufsteck und ich damals versuchten, für unser „Fernsehlexikon“ herauszufinden, was eigentlich die letzten zehn, dreißig, fünfzig Jahre im Fernsehen gelaufen ist: Die Sender selbst wissen es auch nicht. Beim NDR hat mich ein Kollege in weit abgelegene Räume geführt, wo Unmengen bestenfalls viertelsortierter Programmablaufpläne und Presseausschnitte vor…

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„Die aktuelle“-Bingo (1)

Zur Überbrückung der Zeit bis zur Veröffentlichung eines Eintrags mit wenigstens rudimentärer Rest-Relevanz spielen wir das beliebte „Die aktuelle“-Bingo. Aufgabe ist es zu erraten: Welcher wahre Sachverhalt verbirgt sich hinter der Quatsch-Schlagzeile auf dem Titel der Qualitätszeitschrift aus dem Haus der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Konkret: Worin besteht der „geheime Plan“? Wozu sagt Günther Jauch bestimmt…

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Döpfners rote Linie

Es ist weniger ein Interview, das die „Süddeutsche Zeitung“ mit Mathias Döpfner geführt hat, als eine Möglichkeit für ihn, ausführlich und ungestört durch kritische Nachfragen die eigene Position darzustellen. Das ist vielleicht kein Zufall, denn die „Süddeutsche Zeitung“ klagt mit der Axel-Springer-AG, deren Vorstandsvorsitzender Döpfner ist, (und anderen Verlagen, darunter auch dem der FAZ, für…

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