Schlagwort: Grand-Prix

Oslo – wir kommen!

Ich habe in meinem Leben schon ganz schön viel über den Eurovision Song Contest geschrieben ((„Unser Mann in Birmingham“, SZ, 28.02.1998)) ((„Gaga? Nur äußerlich!“, SZ, 18.2.2000)) ((„Die Welt versteht uns“, SZ, 21.2.2000)) ((„Der Mann, der nur Spaß vesteht“, SZ, 11.05.2000)) ((„Aufstand alter Männer“, SZ, 15.05.2000)) ((„Deutsche Leitmusik“, SZ, 10.01.2001)) ((„König der Zwerge“, SZ, 21.02.2001)) ((„Waterloo“, SZ, 05.03.2001)) ((„Lustig, lustig, tralalalalaaa“, SZ, 10.05.2001)) ((„Aber hallø!“, SZ, 12.05.2001)) ((„Europa wählt amerikanischen Funk“, SZ, 14.05.2001)) ((„Ein bisschen Soufflé“, FAS, 24.02.2002)) ((„Wie ‚Bild‘ Corinna May vor Männern schützt“, FAS, 19.05.2002)) ((„Bernd Meinunger: Höchstens ein bißchen Frieden“, FAZ, 23.05.2002)) ((„Ralph Siegel: He can’t live without music“, FAZ, 25.05.2002)) ((„Time to say goodbye“, FAZ, 27.05.2002)) ((„Sterne, die nicht gleich verglühen“, FAS, 31.01.2010)) ((u.v.a.m.)). Aber eines habe ich noch nie gemacht: ein Videoblog.

Bis jetzt. Zusammen mit Lukas berichte ich aus Oslo über die diesjährige Ausgabe der wahrscheinlich größten unwichtigen Veranstaltung der Welt. Markus „Herm“ Herrmann hat uns ein bezauberndes Heim eingerichtet für unser… Oslog!

Wir wollen versuchen, uns dem Ereignis in angemessener Form zu nähern: gut gelaunt und unverkrampft, neugierig, mit ein bisschen Distanz, aber Lust am Quatsch: dem der Veranstaltung und unserem eigenem. Die Pilotfolge, „Auf dem Lena-Meyer-Landweg zum Grand Prix“, soll davon schon einen Vorgeschmack geben.

(Bitte beachten Sie unbedingt, wie wir bei 2:31 mit fast beunruhigender Synchronizität „Nicole“ sagen.)

Alles weitere ab sofort unter oslog.tv.

„Unser Star für Oslo“: Der merkwürdig unbefriedigende Sieg der Lena Meyer-Landrut

Was für ein merkwürdiger Abend. Und am Ende hätte ich nicht mehr für die Frau abgestimmt, die mich – und offenbar so viele andere – von der ersten Sekunde an mit ihrem eigenwilligen Charme begeistert hatte.

Lena Meyer-Landrut vertritt Deutschland beim „Eurovision Song Contest“ Ende Mai in Oslo. Aber sie singt dort einen Titel, der ganz offenkundig nicht ihr Lieblingstitel war. Und der von allen, die sie im Laufe dieser Wochen des Vorentscheids gesungen hat – die ganzen Cover-Versionen eingeschlossen, die sie zu ihren Liedern gemacht hat -, am wenigsten lenaesk war.

Der Verlauf der Show wurde von einem merkwürdigen Auswahlmodus geprägt: Die beiden Finalistinnen sangen jeweils drei Titel, zwei gleiche und einen individuellen, und zunächst bestimmte das Publikum per Telefonabstimmung den jeweiligen Song zur Kandidatin.

Und der Abend begann mit einer großen Enttäuschung. Die ersten Lieder, die die beiden präsentierten, waren so unscheinbar und beliebig, dass der ganze Aufwand der wochenlangen Vorauswahl rückblickend wie Zeitverschwendung schien. „Satellite“ in der Version von Jennifer Braun schaffte sogar das Kunststück, gleichzeitig belanglos und nervig zu sein.

Aber dann kamen die jeweils dritten Titel, die eigens für jeweils eine der beiden Sängerinnen komponiert worden waren, und plötzlich schien es, als wären die anderen Stücke nur Zählkandidaten gewesen: Jennifer Braun zeigte mit „I Care For You“, einer Mischung aus den New Radicals und „September“ von Earth Wind & Fire, wie viel Kraft ihre Stimme hat. Und Lena Meyer-Landrut lachte und tanzte sich begeistert durch eine verspielte und unglaublich gut gelaunte Popnummer, die ihr Stefan Raab als Komponist selbst maßgeschneidert hatte. (Der Text ist von Lena Meyer-Landrut selbst.)

Und dann geschah das Erstaunliche: Das Publikum wählte für Lena knapp einen anderen Song, nämlich ihre (schnellere) Version des merkwürdigen „Satellite“. Man schien ihr ihre Enttäuschung ansehen zu können, als dieses Votum feststand, bevor sie sich fasste und auf professionell umschaltete – während Jennifer sich hemmungslos freute, dass in ihrem Fall ihr Lieblingstitel gewonnen hatte.

Nun schien alles offen. Jennifer, gerne als uncharismatische Straßenfestsängerin verspottet, legte in ihren letzten Auftritt noch einmal ihre unbändige Energie und ihr beeindruckendes sängerisches Können – damit hatte sie schon im Halbfinale überraschend die eigentlich favorisierten Kerstin Freking und Christian Durstewitz verdient abgehängt. Und Lena sah plötzlich vergleichsweise schlecht aus, müde und angestrengt, und es war schwer, sich noch an die unfassbare Unbeschwertheit ihrer früheren Präsentationen zu erinnern, mit der sie so viele Menschen für sich erobert hatte.

Vor der Sendung schien die Rollenverteilung klar: Jennifer ist gut. Aber Lena ist etwas Besonderes. Doch diese Nummer, die das Publikum gewählt hatte, nahm Lena das Besondere. Im Internet kamen gleich Verschwörungstheorien auf: Ob Jennifer-Fans wohl extra den schwächeren Lena-Titel gewählt hätten, um Jennifers Chancen in der letzten Abstimmung zu erhöhen. Dagegen spricht, dass sich auch das Saalpublikum hörbar für „Satellite“ begeisterte. Ehrlich gesagt: Ich kann mir das nicht erklären.

Das Experiment „Unser Star für Oslo“ war ein Erfolg. Für die ARD, für ProSieben, für Raab, für die jungen Kandidaten, die mit ihren Talenten glänzen durften, für das Publikum, das darüber staunen durfte, wo diese ganzen jungen Leute plötzlich herkommen, die sich einfach auf so eine Bühne stellen und – teilweise mit ihren eigenen Liedern – wie selbstverständlich den Saal rockten, und für das Fernsehen an sich. Weil nebenbei der Beweis erbracht wurde, dass eine Casting-Show, die nicht auf die niedersten Instinkte der Zuschauer setzt, zwar auf Quotenrekorde verzichten muss, aber nicht auf ein treues Publikum.

Aber falls die Zusammenarbeit im nächsten Jahr eine Fortsetzung findet, werden sich die Verantwortlichen etwas ausdenken müssen, wie sie der öffentlichen Suche nach den besten Kandidaten eine angemessene Suche nach dem besten Titel entgegensetzt. Wenn es möglich ist, eine junge Frau zu finden, die innerhalb von Sekunden die Zuschauer bezaubert, muss es doch auch möglich sein, einen Song zu finden, dem das gelingt!

Bei mir jedenfalls blieb ein womöglich kindisches und ungerechtes Gefühl der Enttäuschung zurück, dass die außergewöhnliche Lena sich nun mit einem so durchschnittlichen Song nach Oslo schleppen muss. Kurz vor Schluss hatte ich dann doch auf Jennifer gehofft, deren Song vielleicht konventionell, aber unmittelbar eingängig war und ihr wie angegossen passte.

(Aber allen, die jetzt schon zu wissen glauben, dass „wir“ mit dieser Nummer eh nichts gewinnen werden in Oslo, sei gesagt, dass, erstens, die Konkurrenz in diesem Jahr ganz außerordentlich gruselig ist und, zweitens, der Reiz dieses Spektakels gerade darin besteht, dass solche Prognosen erwiesenermaßen fast unmöglich sind.)

Und am Ende, als Lena fast verzweifelt war, weil sie den Titel noch einmal singen musste und es sie zwischendurch kaum noch auf den Beinen hielt und sie schrie und ihren ganzen verwirrten Gefühlen schreiend und fluchend freien Lauf ließ, auf diese bezaubernde Lena-Art, da war ich dann doch wieder fast versöhnt mit diesem merkwürdigen Abend.

Sterne, die nicht gleich verglühen

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Ab Dienstag sucht Stefan Raab den deutschen Vertreter beim Eurovision Song Contest. Aber will überhaupt noch jemand eine Castingshow sehen, der es ernsthaft darum geht, Talente zu entdecken?

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So standen sie im Nobelrestaurant oben im Berliner Reichstag, die Chefs von Pro Sieben und der ARD und der eigentliche Gastgeber, Stefan Raab, und sprachen relativ unironisch davon, dass es eine „nationale Aufgabe“ sei, den richtigen Vertreter Deutschlands beim Eurovision Song Contest zu finden. Raab hatte darauf bestanden, dass die Pressekonferenz hier stattfindet, selbst als sich herausstellte, dass der früheste freie Termin eigentlich viel zu knapp vor dem Sendestart lag und die Programmzeitschriften darüber gar nicht mehr berichten könnten. Aber auf dieses Symbol wollte er nicht verzichten.

Natürlich hätte Raab solche Pressekonferenzen auch vor zehn Jahren schon vor ähnlich historischer Kulisse veranstalten können. Damals hätte der Reiz im Kontrast zwischen der Bedeutung des Ortes und der Albernheit des Moderators bestanden. Heute liegt der Witz darin, dass Raab tatsächlich zu einem unwahrscheinlichen Symbol für Ernsthaftigkeit, Seriosität und Nachhaltigkeit geworden ist – jedenfalls was Musik angeht.

„Nachhaltigkeit“ ist das Wort, das Thomas Schreiber, der Unterhaltungskoordinator der ARD und deutsche Grand-Prix-Chef, benutzt, um den zentralen Wert des diesjährigen Vorentscheids und einen Grund für die Zusammenarbeit mit Raab zu beschreiben. Natürlich hofft die ARD darauf, dank Raab und Pro Sieben auch ein paar junge Zuschauer zu gewinnen, aber die hat der Song Contest aus nicht immer leicht zu erklärenden Gründen meist eh. Raab hat sich Vertrauen erarbeitet. Aus seinem eher als Quatsch entstandenen „Bundesvision Song Contest“ ist etwas geworden, das Raab ganz unbescheiden die „Leistungsschau der deutschen Musikbranche“ nennt. Es ist eine Plattform, auf der sich Stars, Newcomer und Möchtegern-Newcomer präsentieren, und die Teilnahme ist attraktiv auch für die, die nicht gewinnen.

Bereits zweimal hat er in seiner Sendung „TV Total“ Sänger gecastet. Es war der programmatische Gegenentwurf zu „Deutschland sucht den Superstar“: Es ging darum, dass junge Musiker zeigen, was sie können. Nicht darum, zuzusehen, wie sie zu dem gemacht werden, was von einem Superstar vermeintlich erwartet wird. Max Mutzke, der 2004 gewann, musste sich nicht die Brauen rasieren und konnte die Augen beim Singen zulassen. Und Stefanie Heinzmann, die Siegerin von 2008, sieht auch heute noch nicht aus wie ein Popstar, sondern wie sie selbst (und schon das Piercing im Gesicht hätte ihr Dieter Bohlen sicher nicht durchgehen lassen).

Wenn am Dienstag der Show-Marathon beginnt, in dem in sechs Wochen und nicht weniger als acht Shows aus zwanzig Kandidaten der deutsche Vertreter beim Grand-Prix in Oslo herausgemendelt wird, soll es in einem erstaunlichen Maße um Musik gehen. Die lustigen oder „lustigen“ Ausschnitte, in denen sich erfolglose Bewerber für die Show blamiert haben, wurden vollständig nach „TV Total“ ausgelagert. Es gibt keine Homestorys über tragische Kindheitserlebnisse oder verarmte Familienangehörige, nur Kandidaten, die vorgestellt werden, live auftreten und von einer prominenten Jury aus Raab und wechselnden Musik- und Show-Kollegen halbwegs seriös bewertet werden.

Nun ist angesichts der Protagonisten nicht damit zu rechnen, dass „Unser Star für Oslo“ ein Hochamt gediegener Hochkultur wird. Aber der Purismus ist dennoch erstaunlich – und mutig: Denn es ist keineswegs sicher, dass es überhaupt eine große Zahl von Fernsehzuschauern gibt, die gerade das sehen will: eine Musiksendung, in der es um Musik geht. Einen Wettbewerb, in dem sich die Teilnehmer nur in der Disziplin beweisen müssen, in der sie bei einem Erfolg auch glänzen sollen.

Der Erfolg der Castingshows beruht zu einem Großteil auf dem gegenteiligen Effekt. Die erfolgreichsten Sendungen von „Deutschland sucht den Superstar“ sind die Pannenshows mit den unfähigen Kandidaten als Kanonenfutter und Witzvorlage. Auch die späteren Sendungen hat RTL immer mehr zu einer Art Soap mit Reality-Elementen ausgebaut; im vergangenen Jahr mussten die Mädchen im sogenannten „Recall“ mit einer Schlange um den Hals singen, die Jungs kopfüber an einem Seil hängend.

Um Talent und gute Musik geht es auch beim Pro-Sieben-Produkt „Popstars“ nur noch am Rande: Es ist eher eine „Big Brother“-Variante mit verschärfter Psychofolter in Form von Detlef D. Soost.

Diese Uneigentlichkeit der Castingshows ist nicht verwerflich: Das wichtigste Ziel der Sender ist es nicht, echte Superstars, Popstars oder Topmodels zu kreieren, sondern möglichst hohe Einschaltquoten zu generieren. Und wenn das Zweite nur auf Kosten des Ersten geht, fällt die Entscheidung leicht. Bemerkenswert ist allerdings, dass auch das Publikum offenbar längst nicht mehr auf die Illusion, die diesen Shows eigentlich zugrunde liegt, hereinfällt. Sie gucken diese Sendungen offenkundig allein für den flüchtigen Unterhaltungswert, nicht aus einem Glauben, dass hier echte, gar dauerhafte Stars gemacht werden.

Das zeigt sich schon daran, wie erfolglos die jeweiligen Gewinner inzwischen sind. Daniel Schuhmacher, dessen Sieg bei „DSDS“ gerade einmal acht Monate zurückliegt, muss heute um jedes bisschen Aufmerksamkeit kämpfen; der Terminkalender auf seiner Homepage ist wochenlang leer. Vanessa Meisinger und Leo Ritzmann, die vor wenigen Wochen das Finale von „Popstars“ gewannen und nun unter dem unfreiwillig treffenden Namen „Some & Any“ auftreten müssen, hatten sogar nicht einmal einen kurzen gleißenden Moment an der Spitze, bevor ihr Stern verglühte. Schon ihre erste Single kam nicht in die Top Ten; ihr Album erreichte einen miserablen 47. Platz.

Vielleicht ist es auch bezeichnend, dass das Publikum bei RTL zuletzt einen sympathischen jungen Mann zum „Supertalent“ wählte, der mit seinem Hund lustige Tricks vormachte. Das war nettes Entertainment für einen Abend oder zwei, ohne die Aussicht, dass der Mann nun gleich seinen Tagesjob aufgeben musste. Auf das Versprechen einer großen Karriere konnten die Leute offenbar verzichten. Sie wollten ein „Supertalent“ für einen Tag.

Umso erstaunlicher ist es, dass die ARD und Pro Sieben sich anscheinend trauen, die Sendung als Talentsuche ernst zu nehmen. Raab hat in seinen beiden größeren Casting-Aktionen bei „TV Total“ gezeigt, dass er einen Rahmen bietet, in dem das gelingen kann: Stefanie Heinzmann schaffte mit ihren Soul-Pop-Stücken zwar keinen bohlesken Nummer-Eins-Hit. Aber ihre erste Platte erreichte Platin, sie gewann Preise, sang live Duette mit Lionel Richie und ihrem Idol Joss Stone – und es spricht viel dafür, dass ihr Erfolg vielleicht unspektakulär, aber nachhaltig ist. Es ist ein Erfolg als Sängerin, nicht als Fernsehstar. Der Wettbewerb bei Raab, den sie gewann, war ein seltenes Beispiel dafür, dass sich das Fernsehen auch für etwas anderes interessieren kann als sich selbst. Aber das Finale begann um 23.20 Uhr und endete gegen kurz vor zwei – und hatte am Schluss keine halbe Million Zuschauer mehr.

Um 20.15 Uhr wird ein Vielfaches davon einschalten müssen. Thomas Schreiber hofft, dass sich die Quote über die Wochen aufbaut, und setzt darauf, dass „die Ernsthaftigkeit als Ernsthaftigkeit erkannt wird“. Das wäre als Erfolgsrezept im Fernsehen ganz was Neues.

FDP three points

Der FDP-Politiker Hans-Joachim Otto hat in der „B.Z.“ den Rückzug Deutschlands aus dem Eurovision Song Contest gefordert, weil die Veranstaltung „unerheblich und entbehrlich“ sei. Das wäre an sich noch nicht bemerkenswert, denn Otto sagt öfter so Quatschsachen, um damit in die Medien zu kommen. Aber ein Satz, mit dem ihn die „B.Z.“ zitiert, ließ mich dann doch stutzen:

„Ich habe den Grand Prix mittlerweile aus meinem privaten Kalender gestrichen.“

Jetzt frage ich mich, warum der Mann sich nicht gleich einen Kalender kauft, in den der Grand-Prix gar nicht erst eingetragen ist, damit er ihn nicht extra herausstreichen muss. Und ich frage mich, ob der arme Mann die für ihn so ärgerliche Veranstaltung womöglich trotzdem weiter gucken muss, weil sie in seinem dienstlichen Kalender noch eingetragen ist, damit er auch in den nächsten Jahren der „B.Z.“ (oder wer dann fragt) was dazu sagen kann. Das würde aber wiederum die Frage aufwerfen, ob es überhaupt einen Unterschied macht, ob er den Termin aus seinem privaten Kalender streicht. (Mal ganz davon ab, ob das Streichen von Terminen im privaten Kalender Hans-Joachim Ottos nicht eine Angelegenheit ist, die nur Herrn Otto und seinen privaten Kalender etwas angeht.)

Es wird aber noch verwirrender. Schauen Sie sich bitte mal diesen Werbespot der FDP zur Europawahl, der gestern Abend im Ersten lief, ganz genau an:

Haben Sie’s gemerkt? Ich zeig’s Ihnen:

„Liberale Politik hat (…) …

… die gemeinsame Leistung …

… der deutschen Einheit geprägt…

… und die Jahrhundertleistung Europa …

…entscheidend mitgestaltet.“

Genau: Das zwischen der deutschen Einheit und dem Euro, zwischen Hans-Dietrich Genscher und Otto Graf Lambsdorff, das ist der Eurovision Song Contest 2001 in Kopenhagen.

Was möchte uns die FDP damit sagen?

Ist der Grand-Prix die wahre Jahrhundertleistung Europas? Ist es kein Zufall, dass Deutschland ihn ausgerechnet 1982 das einzige Mal gewann — im selben Jahr, in dem die FDP den Regierungswechsel erzwang? Wird die FDP im Europaparlament die Grundlagen dafür legen, dass sich Leistung auch beim Eurovision Song Contest wieder lohnt?

Und warum ausgerechnet ein Ausschnitt vom Song Contest in Dänemark? Weil die Olsen Brothers ihn dorthin geholt haben, zwei erfolgreiche alte Männer des Schlagers, genau wie Hans-Dietrich Genscher und Otto Graf Lambsdorff?

Kann Silvana Koch-Mehrin den Titel für Deutschland erringen? Und, vor allem: Müsste Hans-Joachim Otto dann auch privat wieder gucken?

Wladimir Kaminers Schwulenwitz

Das meiste, was gestern beim Grand Prix zu sehen war, wird natürlich schnell wieder vergessen sein. Ich fänd’s schön, wenn der Auftritt von Wladimir Kaminer in der Countdown-Sendung der ARD nicht dazu gehört und ihn noch eine Weile verfolgt:

Angesichts solcher Berichte aus Moskau zu formulieren: „Die Russen sind nicht schwulenfeindlich, sie sind schwulenfreundlich, sie zeigen es nur nicht“, ist schon von ausgesuchter Ekelhaftigkeit.

Dass die Funktionäre der veranstaltenden European Broadcasting Union keine Veranlassung sahen, ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Menschenrechte zu setzen — und sei es nur aus Solidarität mit ihrer treuesten Zuschauerschaft — kann niemanden überraschen. Dass niemand während der Show auch nur einen winzigen, ansteckergroßen, regenbogenfarbenen Protest wagte, muss man womöglich auch hinnehmen. Aber dass ein Wladimir Kaminer von Hamburg aus nachtritt und die Opfer verhöhnt — das ist das Letzte.

Stell dir vor, es ist Grand-Prix, und ich seh nicht hin

Hätten Sie’s gedacht? In neun Tagen ist Eurovision Song Contest. In Moskau haben längst die Proben begonnen. Und mich lässt das alles schrecklich kalt.

Gut, werden Sie sagen, das geht den meisten Leuten immer schon so, aber für mich war der Grand-Prix ein prägendes Fernseherlebnis. Als Kind war es der einzige Abend (außer Silvester), an dem ich bis Mitternacht aufbleiben durfte – vorausgesetzt, ich hatte am Mittag brav „vorgeschlafen“. Es war die perfekte Kombination der beiden großen, tragischen Lieben meiner Jugend: Schlager und Statistik.

Ich fieberte mit Katja Ebstein, Hoffmann & Hoffmann, Ingrid Peters und Mary Roos (die Gruppe Wind fand ich zum Glück damals schon furchtbar) und trug die Punkte in die dafür vorgesehene Tabelle der „Hörzu“ ein. Während der neunziger Jahre mit den schrecklichsten deutschen Teilnehmern verlor sich mein Interesse ein bisschen, aber im Revolutionsjahr 1998 war ich in Bremen dabei, als Guildo Horn und seine Fans alles überrannten (und mir mit ihrer aggressiven Party- und Eroberungsstimmung Angst machten). Ich durfte Stefan Raab nach Stockholm begleiten (und mein einziges Seite-3-Stück in der „Süddeutschen Zeitung“ schreiben), verfasste aus Kopenhagen meinen ersten Quasi-BILDblog-Eintrag, verbrachte dank des Wettbewerbs einen Urlaub im Baltikum und erlebte in Tallinn Ralph Siegel und Bernd Meinunger so hautnah, dass daraus zwei Texte entstanden, auf die ich heute noch ein bisschen stolz bin.

In den letzten Jahren ging ich dann wieder ein bisschen auf Abstand, konnte es dann aber doch nicht lassen, den Wettbewerb ausführlich zu begleiten – und insbesondere, ihn immer wieder gegen ungerechte Kritik in Schutz zu nehmen.

Und eh jetzt jemand ankommt und sagt, dass es abwegig sei, sich überhaupt so viel mit einer solchen Quatschveranstaltung zu beschäftigen: Der Grand-Prix ist exakt so wichtig, wie man ihn nimmt. Das hat er zum Beispiel mit der Fußball-Bundesliga gemein, nur dass deren Fans sich nicht so oft dafür rechtfertigen müssen.

Ich glaube auch nicht, dass sich der Grand-Prix nur ironisch gebrochen genießen lässt, mit der Konträrfaszination angesichts all der Demonstrationen schlechten Geschmacks, die da geboten werden. Natürlich ist es eine bizarre Veranstaltung, aber eigentlich reizvolle Bizarre daran ist schon die Idee, Nationen um die Wette singen zu lassen. Und die Inszenierung ist seit einigen Jahren state-of-the-art – man kann den Eurovision Song Contest inzwischen auch als eine Leistungsschau der Fernsehshow-Produktion sehen, insbesondere was die Bühnenbilder angeht.


Aufbau der Bühne in Moskau. Foto: eurovision.tv

Normalerweise hätte ich zu diesem Zeitpunkt schon damit angefangen, meine Umgebung mit ausgewählten Video-Höhe- und Tiefpunkten der Teilnehmer zu nerven. Aber in diesem Jahr – nichts.

Es kann natürlich sein, dass das an mir liegt. Aber der Wettbewerb macht es mir in diesem Jahr auch leicht, mich nicht für ihn zu begeistern. Vor allem mit seinen Entdemokratisierungs-Tendenzen. Weil die Zuschauer sich hartnäckig weigern, ihre Punkte so zu verteilen, wie es die Veranstalter wollen, schrauben die Veranstalter jetzt Jahr für Jahr am Reglement. Dabei sollte man beim Blick auf die Gewinner nicht glauben, dass es ein Problem gäbe: In den vergangenen fünf Jahren gewannen: die Ukraine, Griechenland, Finnland, Serbien und Russland – eine Mischung, wie sie bunter kaum sein könnte. Die Sieger waren: eine pompöse Feuer-Tanz-Performance, eine Gruppe Monsterrocker, eine Mainstream-Popnummer, die schlichte Ballade einer einzelnen Sängerin und eine mit einem Eisläufer aufgepeppte und mit Gimmicks überladene Show-Nummer. Das Votum des europäischen Publikums scheint so unvorhersehbar wie eh und je, aber weil sich der Schwerpunkt der Teilnehmerländer dramatisch nach Osten verlagert hat, haben es Titel leichter, die dem dortigen Geschmack entsprechen.

Und natürlich gibt es Sympathie-, Freundschafts- und Nachbarschaftspunkte, die es zum Beispiel den Ländern Ex-Jugoslawiens oder der früheren Sowjetunion leichter machen, weit nach vorne zu kommen. Das ist auch nicht schlimm: Griechenland und Zypern haben einander immer schon fast immer zwölf Punkte gegeben. Deshalb kann es Zypern – im Gegensatz zu Deutschland – kaum passieren, auf dem letzten Platz zu landen. Andererseits hat Zypern trotzdem – im Gegensatz zu Deutschland – noch nie gewonnen.

Länder wie die Türkei werden immer davon profitieren, dass in Westeuropa viele Türken leben. Aber verfälscht deren (vielleicht patriotisch motivierte, vielleicht auch nur geschmacklich geprägte) Stimmabgabe das Votum aus Deutschland? Oder ist das nur eine angemessene Repräsentation der sonst gern verdrängten Tatsache, dass in der Bundesrepublik viele Türken leben, die andere Musik hören, einen anderen Geschmack haben als „wir“?

Natürlich ist das ungerecht. Es ist alles ungerecht. Auch dass die 84.000 Andorraner zusammen genau so viel Einfluss auf den Sieger haben wie die 142.000.000 Russen, was jedem Einwohner des Pyrenäenstaates fast 1700-mal so viel Macht gibt. Auch dass die Briten einfach in ihrer Landessprache singen können und trotzdem von allen verstanden werden. Auch dass die Skandinavier einander mögen, aber keiner uns. Auch dass den Osteuropäern immer diese Show-Nummern so gefallen, obwohl wir Westeuropäer beschlossen haben, dass es gefälligst nur auf das Lied ankommen soll (jedenfalls wenn wir keine gute Show machen), und wir waren schließlich zuerst da.

Noch bekloppter als der Wettbewerb an sich ist der Glaube, dass in ihm auf eine irgendwie halbwegs objektive Weise das beste Lied gewählt würde. Oder werden sollte. Oder werden könnte.

Es gab Jahre, in denen sich zum Beispiel Großbritannien gefragt hat, ob das Land für seine Unterstützung des Irak-Krieges von den Grand-Prix-Zuschauern abgestraft wurde. Vermutlich hätte man in der Qualität des eigenen Beitrags überzeugendere Gründe finden können, aber ganz abwegig ist der Gedanke nicht. Der Song-Contest ist auch ein Sympathie-Wettbewerb der Nationen, und das trägt erheblich zu seinem Reiz bei.

Andererseits war es immer wieder faszinierend zu sehen, wie einzelne Titel in ganz Fernseheuropa einen Nerv trafen – auch solche, bei denen man das nicht unbedingt vorhersehen konnte, wie der estnisch-amerikanischen Funk-Nummer vor ein paar Jahren.

Aber nun haben die Leute so oft nicht so abgestimmt wie sie sollten, und anders als damals, als Irland in zehn Jahren fünfmal den Wettbewerb gewannt, ist das heute ein Problem. Deshalb zählt das Urteil des Publikums, dem offenkundig nicht zu trauen ist, in diesem Jahr nur noch zur Hälfte – die andere Hälfte jedes Landesvotums bestimmt eine Jury. In der für Deutschland sitzen H. P. Baxxter (Scooter), Jeanette Biedermann, Guildo Horn, Sylvia Kollek und Tobias Künzel (Die Prinzen), und damit hat man die lästigen Türken mit ihren komischen Vorlieben schon mal aus dem Rennen.

Es ist nicht ganz klar, inwiefern es diesen Wettbewerb aufwertet, wenn man das erratische Votum von vielen durch das erratische Votum von wenigen ersetzt – es sei denn, man geht davon aus, dass Frau Biedermann, „Bild“-Schlagerkönigin 1998 und und 1999 trotz der Unterstützung eben dieser Zeitung im Vorentscheid zum Grand-Prix nur vierte, eine Expertin sei, die besser als wir normalen Fernsehzuschauer weiß, was gute Musik und damit siegeswürdig ist.

Natürlich, früher gab es auch schon das Jury-Votum, und es hatte einen gewissen Unterhaltungswert, darüber zu spekulieren, warum die deutsche ungefähr nie für Österreich gestimmt hat, und zu registrieren, wie die griechische Jury die verfeindete Türkei mit Punktentzug strafte. Dem fehlt aber erheblich die Fallhöhe im Vergleich zur Grand-Prix-Begleitfolklore der vergangenen Jahre, die das Abstimmverhalten ganzer Länder zu analysieren versucht und sogar dazu taugt, sich als Nation auf die Couch zu legen, und hysterisch zu fragen, warum uns eigentlich keiner mag (und damit womöglich schon eine halbe Antwort gibt).

Es ist das demokratische Element, das den besonderen Reiz solcher Abstimmungen ausmacht. „Deutschland sucht den Superstar“ demonstriert das gerade eindrucksvoll und zeigt auch das gute Gespür des Publikums, das sein Unterhaltungsbedürfnis dadurch befriedigte, dass es die Skandalnudel Annemarie viel länger im Rennen ließ, als es der Jury gefiel, sie am Ende im Finale aber doch lieber nicht dabei haben wolle. Das schlimmste an der Entmachtung des Publikums aber ist das Misstrauen seiner Urteilskraft, das daraus spricht, und die Bereitschaft, die Regeln so lange anzupassen, bis das gewünschte Ergebnis dabei herauskommt. Wenn sich in diesem Jahr herausstellt, dass sogar trotz Wiedereinführung der Jurys Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Spanien ganz hinten liegen sollte, hat der Grand-Prix ein echtes Problem. Aber vielleicht können Punkte für die großen Geldgeberländer ja doppelt zählen. Oder es werden Punkte für Nachbarländer verboten. Oder man legt gleich eine Reihenfolge fest, bei der am wenigsten wichtige Länder hinterher unglücklich sind.

In Deutschland hat man das Publikum aus der Auswahl des Kandidaten, der „für Deutschland“ singen soll, wie es so schön heißt, in diesem Jahr sicherheitshalber ganz herausgehalten. Die Begründung, man wolle so etablierte Künstler rekrutieren, die sich nicht dem Risiko einer Niederlage in der Vorentscheidung aussetzen wollen, wurde spätestens durch die Kür des Siegers ad absurdum geführt: Es gewann der peinliche Erfolgsproduzent Alex Christensen, mit einem Projekt, dem man schon am Namen anmerkt, dass es nicht von Dauer sein soll: „Alex swings, Oscar sings“. Es wirkt wie ein Rückfall in Zeiten, als Ralph Siegel für diesen Zweck Retortengruppen zusammencastete und zum Beispiel „MeKaDo“ nannte.


Alex (links) swings, Oscar (rechts) sings. Foto: NDR

Nun wäre nichts dagegen zu sagen, den Autor so schlimmer Werke wie „Du hast den schönsten Arsch der Welt“, „Du bist so Porno“ oder „Liebe zu Dritt“ nach Moskau zu schicken, wenn das der Wille des Publikums gewesen wäre – so wie es zum Beispiel sein Wille war, mit Stefan Raab und Guildo Horn der Welt gewaltsam zu demonstrieren, dass man Humor hat. Die Auswahl durch das Publikum hat auch den Vorteil, dass bei einem Debakel wie mit den No Angels im vergangenen Jahr, scheinbar „wir alle“ verloren haben – und dass man lange Nächte diskutieren kann (aber nicht muss), ob Carolin Fortenbacher mit ihrem modernen Schlager erfolgreicher gewesen wäre.

Jürgen Meier-Beer, der für den NDR die Wiederbelebung des Song Contest ab 1998 maßgeblich betrieben hat, griff gerne in die Kiste mit den ganz großen Wörtern, um die Bedeutung des demokratischen Vorentscheids zu beschreiben: „Das deutsche Volk entscheidet, was Ausdruck unseres Nationalstolzes ist“, sagte er 2001 und formulierte: „Die nationale Vorentscheidung ist auf die Verbindung zwischen Popmusik und nationaler Ehre auszurichten. Diese Verbindung ist einmalig: im Fernsehen, in der Popmusik und im Nationalbewusstsein“.

Man darf es ruhig eine Nummer kleiner hängen, aber dass ein Vorentscheid eine wichtige Voraussetzung ist, um eine Identifikation mit dem deutschen Vertreter zu produzieren, steht außer Frage. Nach Ansicht von Meier-Beer schafft der „identitätsstiftende Vorlauf“ überhaupt erst das Interesse am Finale, das „per se nicht interessant genug ist“. Mein Tipp ist, dass die Quote in diesem Jahr entsprechend mies sein wird.

Vielleicht täuscht meine Wahrnehmung, aber kann es sein, dass es noch überhaupt keinen Hype um den deutschen Beitrag gibt? „Miss Kiss Kiss Bang“, diese peinlich betitelte, schrecklich eingängige, irgendwie professionelle, aber furchtbar seelenlose Nummer, ist immerhin bis auf Platz 27 in die deutschen Singlecharts gekommen, aber präsent ist sie in keiner Weise. Beim Echo sind A.S.O.S. (um es jetzt mal abzukürzen) aufgetreten, im ARD-Oma-Programm „Buffet“ waren sie vorgestern, im Sat.1-Frühstücksfernsehen und im RBB-Programmfüllsel „Zibb“ gestern. Ja. In der „Bild“-Zeitung hat die öffentlich-rechtliche ARD einen Medienpartner, der sich nach Kräften und Fähigkeiten abrödelt, den Act interessant zu machen, inklusive Homestory über den Sänger und seine Homosexualität, die vielleicht für ein bisschen mehr Aufsehen gesorgt hätte, wenn man nicht gerade erst zum ersten Mal von ihm gehört hätte und nicht sicher wäre, ihn spätestens am Tag nach dem Grand-Prix schon wieder vergessen zu haben.

Man sieht, wie da mühsam jemand schraubt, um Aufmerksamkeit zu produzieren: Die Edelstripperin Dita von Teese wird auf der Bühne in Moskau tanzen, und angeblich ist die amerikanische Talkmasterin Oprah so begeistert von dem Stück, dass sie es unbedingt in ihrer Show haben wollte. Toll! Dass die deutschen Fernsehzuschauer es unbedingt in ihrer eigenen Show haben wollen, dass sie wollen, dass es gewinnt in Moskau oder ihm den letzten Platz wünschen, ist nicht zu erkennen. Warum auch? Sie haben mit diesem Beitrag ja nichts zu tun.

Natürlich werde ich mir die Show nächste Woche trotzdem angucken, schon aus alter Verbundenheit, und weil der nette hr3-Moderator Tim Frühling als Vertretung oder Nachfolger von Peter Urban moderieren darf und diese Erfüllung seines Jugendtraums schon deshalb verdient hat, weil er der einzige ist, den ich kenne, der auf längeren Autofahrten Mitreisende dazu zwingt, Best-Of-Grand-Prix-CDs zu hören. (Außer mir natürlich.)

Grand-Prix-Wettkönige 2008

Der Siegertipp kam fast ganz zum Schluss. Erst um 23:15 Uhr, nur fünf Minuten vor Beginn der Punktevergabe im Fernsehen, gab Alex Schiechel seinen Wettschein ab. Er tippte:

1. Russland
2. Ukraine
3. Bosnien-Herzegowina
4. Serbien
5. Norwegen

23. Deutschland
24. Schweden
25. Großbritannien

Das sind sensationelle fünf exakt richtig gesetzte Länder und insgesamt zwölf Punkte, die Alex Schiechel zum klaren Wettkönig der Kleinen Grand-Prix-Wette 2008 machten. Herzlichen Glückwunsch! Der Gewinner kann wählen, ob er ein Exemplar des von mir meistempfohlenen Standardwerkes haben möchte oder die einmalige Siegtrophäe mit Kaffeeaufbewahrungsfunktion.

Zweite Siegerin mit zehn Punkten ist eine nachnamenlose Jasmin (die den verbliebenen Preis gewinnt).

Für die Drittplatzierten gibt es nur noch eine lobende Erwähnung. Mit jeweils neun Punkten quetschen sich Klaus Schepers, Bernd Frankemölle und Cord Beermann aufs Treppchen.

Und auch diejenigen, die acht Punkte geholt haben und sich quasi den 6. Platz teilen, können sich als Teil einer kleinen Elite fühlen. Es sind Probek, CinePeet, ckwon, Mil, Sebastian Stocker und Piranhase.

Ich hab’s auf fünf Punkte gebracht, was Platz 47 entspricht, Lukas‘ vier Punkte bedeuten einen respektablen 79. Platz.

Insgesamt haben 314 Menschen mitgespielt — vielen Dank für diese tolle Beteiligung! Mit unserem gesammelten Wissen hätten wir übrigens, wie Jasmin, zehn Punkte erreicht. Unsere Gesamtprognose lautete nämlich, gar nicht schlecht:

1. Russland
2. Ukraine
3. Serbien
4. Kroatien
5. Türkei

23. Deutschland
24. Spanien
25. Großbritannien

Deutschland: Platz 15

(Ja, das widerspricht sich mit den Platzierungen Deutschlands; das liegt an den fehlenden Mittelplatzierungen, die die Rechnung ohnehin milchmädchig machen.)

Wer mitgemacht hat (und wen’s interessiert): Die eigenen Punkte lassen sich nach der hier beschriebenen Formel ausrechnen. Sieben Punkte entsprechen Platz 12, sechs Punkte Platz 26, fünf Punkte Platz 47, vier Punkte Platz 79, drei Punkte Platz 118, zwei Punkte Platz 182, ein Punkt Platz 245.

Glückwunsch nochmal an alle, die sich jetzt mit dem zweifelhaften Titel „Grand-Prix-Kenner“ schmücken dürfen, und bis zum nächsten Jahr!